Theater an der Ruhr spielt "Danton" - zensiert

22. März 2007, 12:19
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Stück wird so gezeigt, wie es bei einem Gastspiel im Iran zu sehen war, also mit Schauspielerinnen mit Kopftuch

Mülheim - Das Theater an der Ruhr wird am Welttheatertag "Dantons Tod" in der Version der iranischen Zensur spielen. Das Büchner-Drama wird am 27. März genau so von der renommierten Ruhrgebietsbühne in Mülheim aufgeführt, wie es beim Gastspiel des Ensembles vor drei Monaten in Teheran zu sehen war.

Hommage an Theaterschaffende unter autoritären Verhältnissen

"Diese Aufführung ist eine Hommage an alle Theaterschaffenden in der Welt, die auch im Jahr 2007 noch unter autoritären Verhältnissen leben müssen und deren künstlerische Arbeit der Zensur unterworfen ist", sagte Bühnenleiter und "Danton"-Regisseur Roberto Ciulli der dpa am Donnerstag.

In Iran würden neben einheimischen Produktionen auch ausländische Gastspiel-Inszenierungen von der Zensur kontrolliert. Für den Auftritt seiner Bühne beim internationalen Fadjr-Theaterfestival im Jänner in Teheran hätten deswegen Kostüme geändert werden müssen und die Schauspielerinnen Kopftücher getragen. Auch die Frage, "wie können zwei Figuren eines Stücks miteinander tanzen, ohne sich zu berühren", sei zu klären gewesen.

Bis zum Preis angepasst

Ebenso wie in der iranischen Hauptstadt werde der deutsche Text des Dramas mit Obertiteln auf Persisch vermittelt. Auch der Eintrittspreis ist mit 2,50 Euro iranischen Verhältnissen angeglichen. Das Theater an der Ruhr war 1999 die erste westliche Bühne, die nach der islamischen Revolution im Iran gastiert hat. (APA/dpa)

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