Für Bio greifen immer mehr Österreicher tiefer ins Geldbörsel

28. März 2007, 17:40
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87 Prozent der Konsumenten greifen "zumindest gelegentlich" zu Bio-Frischwaren - Bio-Konsum seit 2004 um 35 Prozent gestiegen

Wien - Der Absatz von Bio-Lebensmitteln steigt seit Jahren kontinuierlich. Innerhalb von drei Jahren hat der Bio-Konsum in Österreich um 35 Prozent zugelegt, obwohl Bio-Frischware im Schnitt bis zu einem Drittel teurer ist als herkömmliche Lebensmittel.

87 Prozent der Konsumenten greifen "zumindest gelegentlich" zu Bio-Frischwaren. Dies zeigen die Verkaufszahlen des Lebensmitteleinzelhandels. Der Anteil der "Nur-Bio-Käufer" macht 16 Prozent aus. Die Zahl der Verbraucher, die laut einer AMA-Motivanalyse vom Februar 2007 häufig zu Nahrungsmitteln mit Bio-Etikett greifen, liegt mittlerweile bei 33 Prozent. Aber selbst "eingefleischt Bio-User" geben nur 13 Prozent ihrer Ernährungsausgaben für Bioprodukte aus, so die Umfrageergebnisse. Damit ist ein weiteres Wachstum am Bio-Markt vorprogrammiert, prognostiziert die AMA.

Bio ist ein Drittel teurer

Bio-Frischwaren sind im Durchschnitt um ein Drittel teurer als herkömmliche Produkte, genau 36 Prozent. Der höhere Preis habe noch vor zwei Jahren fast die Hälfte (46 Prozent) der Konsumenten vom Kauf von Biowaren abgehalten, so die Untersuchung.

Milchprodukte werden am häufigsten gekauft

Milch- bzw. Milchprodukte sowie Eier gehörten zu den am häufigsten gekauften Bioprodukten in Österreich, gefolgt von Bio-Frischobst und -Gemüse. Bio-Fleisch hat laut AMA erst einen wertmäßigen Anteil von 2,8 Prozent am gesamten heimischen Fleischkonsum.

Bio beim Diskonter

Zusätzlich nimmt der Anteil der Diskonter am Bio-Markt zu. Diese drängen mit ihren Eigenmarken auf den Bio-Markt. Seit dem Jahr 2003 sind Lebensmittel-Diskonter um 10 Prozent mengenmäßig mehr geworden und halten bereits einen Anteil von über 35 Prozent. Wertmäßig liegt der Absatz von Bio-Produkten bei den heimischen Diskontern bei 27 Prozent des gesamten Einzelhandels.

Konsumenten unterstützen Biolandwirt

Der größte Nutzen, der für den Kauf von Bio-Produkten spreche, sei für die Verbraucher das Bewusstsein der gesunden Ernährung, geht aus der AMA-Umfrage hervor. Mittlerweile sei dies bereits für 50 Prozent das Hauptargument für den Kauf von Bioware. Auch das Fehlen von chemischen Zusatzstoffen sei ein wichtiger Beweggrund für die Konsumenten. Immer weniger vertreten allerdings die Ansicht, Bio schmecke besser als Produkte aus konventioneller Landwirtschaft. Was aber laut AMA durchaus zählt, ist die Überzeugung, mit dem Kauf von Bio-Produkten die Landwirte zu unterstützen bzw. Gewissheit über die Herkunft der Produkte zu haben.

Mengenmäßig liegt der Anteil der Biowaren im Einzelhandel mittlerweile bei 5,7 Prozent (exklusive Brot), wertmäßig liegt "Bio" bei 4,9 Prozent, so die am Donnerstag präsentierten Ergebnisse des Agrarmarkt Austria (AMA) Marketing (RollAMA-Analyse für 2006).

Im Vorjahr hat der heimische Lebensmittelhandel bereits 90.000 Tonnen als "Bio"' vermarktete Produkte verkauft: Wert 202 Mio. Euro. Im Vergleichszeitraum 2005 waren es 74.000 Tonnen Bioprodukte.

Die Daten der RollAMA (rollierende Agrarmarktanalyse der AMA Marketing in Zusammenarbeit mit Market und KeyQUEST Marktforschung) beziehen sich auf Aufzeichnungen der Einkäufe von 1.400 österreichischen Haushalten. Erfasst werden Fleisch und Geflügel, Wurst, Milch und Milchprodukte, Käse, Obst, Gemüse, Eier, Kartoffeln, Tiefkühl-Produkte, teilweise Fertiggerichte, aber nicht Brot und Gebäck. (APA)

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    Umweltschützer machen immer wieder darauf aufmerksam, dass heimischen Bioprodukten ohne lange Transportwege immer der Vorzug zu geben ist. Äpfel die erst eingeflogen werden müssen veruraschen ein Reihe von Umweltverschmutzungen durch den Transport.

    Menschenrechtsgruppen weisen darauf hin, bei eingeflogenen Produkten auch auf das "Fair Trade" Zeichen zu achten, dass weitgehend garantiert, dass die Erzeuger fair entlohnt werden.

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