Oracle will SAP abfangen und überholen

3. April 2007, 10:06
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Konzernchef Larry Ellison: "Wir haben eine gute Chance, im Anwendungsgeschäft SAP abzufangen und zu überholen"

Der amerikanische Softwarekonzern Oracle befindet sich auf seiner Einkaufstour von konkurrierenden Softwarefirmen weiter im Schnellgang. Oracle will damit die Lücke zu SAP, dem Hauptkonkurrenten und globalen Branchenprimus, schließen.

"Wir haben eine gute Chance, im Anwendungsgeschäft SAP abzufangen und zu überholen"

"Wir haben eine gute Chance, im Anwendungsgeschäft SAP abzufangen und zu überholen", erklärte Oracle-Konzernchef Larry Ellison am Dienstag Analysten bei der Vorlage der Oracle-Bilanzzahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres 2006/2007. Oracle macht immer noch sein Hauptgeschäft mit Datenbanken-Software. Dies ist allerdings ein langsamer wachsender Bereich als die übrige Anwendungssoftware, die Oracle mit Firmenkäufen als zweites großes Standbein gezielt ausgebaut hat.

Mehr als 20 Milliarden Dollar für zwei Dutzend Softwarefirmen ausgegeben

Oracle hatte in den vergangenen drei Jahren mehr als 20 Milliarden Dollar für zwei Dutzend Softwarefirmen ausgegeben, darunter die beiden großen amerikanischen Konzerne Siebel und PeopleSoft. Der in Redwood Shores (Kalifornien) ansässige Softwareriese hatte zusätzlich vor wenigen Tagen den Kauf der auf Finanzinformations-Software spezialisierten US-Firma Hyperion für 3,3 Milliarden Dollar angekündigt. Damit hat Oracle die gewaltige Summe von mehr als 23 Milliarden Dollar (17 Mrd Euro) für Akquisitionen aufgewendet, und dies zahlt sich nach den jüngsten Geschäftszahlen aus.

Starke Umsatzwachstum in allen Produktbereichen und Regionen

Oracle steigerte den Umsatz in dem am 28. Februar beendeten dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um 27 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar und den Gewinn um 35 Prozent auf 1,0 Milliarden Dollar oder 20 (Vorjahr: 14) Cent je Aktie. Unter Ausklammerung von Sonderfaktoren verdiente Oracle 25 Cent je Aktie und übertraf damit die Wall-Street-Erwartungen ebenso wie beim Umsatz deutlich. Die Oracle-Aktien stiegen nachbörslich um drei Prozent auf 18,08 Dollar. Oracle-Präsidentin Safra Catz verwies auf das starke Umsatzwachstum in allen Produktbereichen und Regionen. Konzernchef Ellison hob den starken Anstieg mit Neulizenzen für Anwendungssoftware von 57 Prozent hervor, während SAP in dem jüngsten Quartal nur um sieben Prozent zugelegt habe.

Oracle setzte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 12,2 (9,5) Milliarden Dollar um und verdiente 2,7 (2,1) Milliarden Dollar oder 51 (40) Cent je Aktie. Catz prognostizierte für das Schlussquartal des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatzanstieg von elf bis 15 Prozent und einen Gewinn von 30 (24) Cent je Aktie. Neue Softwarelizenzeinnahmen dürften um fünf bis 15 Prozent zulegen.(APA)

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