"Werden Prag prüfen"

27. April 2007, 13:16
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Der Flughafen Wien will am Standort Schwechat und über Beteiligungen im Ausland weiter wachsen. 2006 war für den Airport ein Rekordjahr, die Dividende wird erhöht

Wien - Die Flughafen Wien AG, die zurzeit mit dem Skylink das größte Investitionsprojekt ihrer Geschichte durchzieht, bleibt auf Wachstumskurs. Trotz des Rückschlags in der Slowakei, wo die angepeilte Beteiligung am Flughafen Bratislava im Vorjahr am Veto der neuen Regierung gescheitert ist, zeigt das Management Interesse an weiteren Privatisierungen. Dies gilt auch für den Flughafen in der tschechischen Hauptstadt, wie Flughafen-Wien-Chef Herbert Kaufmann bestätigte.

"Wir werden Prag prüfen, sobald der Tender ausgeschrieben ist", sagte Kaufmann bei der Bilanzpräsentation am Donnerstag. "Wir rechnen, dass es gegen Jahresende 2007 so weit sein wird."

Fronten in der Slowakei weichen auch

In der Slowakei scheinen sich die zunächst schroffen Fronten etwas auszuweichen. "Es gibt einen ausdrücklichen Wunsch zur Kooperation jetzt auch auf slowakischer Seite. Allerdings müssen wir erst abklären, ob wir darunter dasselbe verstehen", sagte Kaufmann. Jedenfalls sei in der Sache Airport Bratislava derzeit alles offen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Vienna International Airport (VIA) Umsatzzuwächse quer durch die Bank und Ergebnisverbesserungen in einem Großteil der Aktivitätsfelder verzeichnen.

Mehr Passagiere

Der Gesamtumsatz stieg um 13,1 Prozent auf 463,9 Mio. Euro (siehe Grafik), das Ergebnis (Ebitda) lag mit 169,6 Mio. Euro um 13,3 Prozent über Vorjahr, die Ebitda-Marge mit 35,6 leicht über dem langfristigen Zielwert von 35 Prozent. Kaufmann geht aber davon aus, dass diese Kennziffer 2007, 2008 und 2009 wegen des Geld zehrenden Ausbauvorhabens leicht darunter liegen wird.

Vom Rekordergebnis werden auch die Aktionäre profitieren: Die Dividende wird von 2,0 auf 2,20 Euro je Aktie erhöht. Die Stadt Wien und das Land Niederösterreich sind mit je 20 Prozent am Flughafen beteiligt, die Mitarbeiterstiftung hält zehn Prozent. 50 Prozent der Aktien sind in Streubesitz.

Höhepunkt an Investitionen

Von den in den Airport und Non-Aviation-Bereich (Shops, Gastronomie, Parkhaus) fließenden Investitionen wird nach 201 Mio. Euro im heurigen Jahr 2008 mit 203 Mio. Euro ein Höhepunkt erreicht. Die Summe wird sich laut Plan 2009 auf 53 Mio. Euro verringern und in den Folgejahren deutlich darunter liegen. Insgesamt wird das Unternehmen im Zeitraum 2007 bis 2011 in den Bereichen Airport und Non-Aviation 474 Mio. Euro investieren. Dazu kommen noch 25 bis 30 Mio. Euro an Ersatzinvestitionen pro Jahr.

Nach kräftigen Zuwächsen im Vorjahr beim Passagieraufkommen rechnet Kaufmann heuer wieder mit einer deutlichen Zunahme. Das Wachstum werde mehr und mehr von Low-Cost-Carriern getrieben. 2006 entfiel bereits ein Viertel des Passagierzuwachses von knapp einer Million auf das Billigsegment. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.7.2007)

  • Der Flughafen Wien macht sich fit für verstärktes Passagieraufkommen. Im Frühjahr 2009 soll der zurzeit im Bau befindliche Skylink in Betrieb gehen.
    foto: standard

    Der Flughafen Wien macht sich fit für verstärktes Passagieraufkommen. Im Frühjahr 2009 soll der zurzeit im Bau befindliche Skylink in Betrieb gehen.

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