Eröffnung: Rundgang Seilerstätte

21. März 2007, 22:15
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Postmoderne Strukturen in den Pariser Banlieus werden Prunkbauten des Ceausescu-Regimes in Bukarest gegenübergestellt

"Recent Geographies" nennen Sabine Bitter und Helmut Weber ihre Ausstellung bei Grita Insam, die heute im Rahmen des Seilerstätten-Rundgangs eröffnet wird.

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Das Künstlerteam, das sich entlang der Umwandlung städtischer Architekturen seit Langem mit globalen Transformationsprozessen befasst, fokussiert in der aktuellen Ausstellung u. a. das postsozialistische Novi-Beograd oder die postmodernen Strukturen in den Pariser Banlieus, die sie den Prunkbauten des Ceausescu-Regimes in Bukarest gegenüberstellen.

Lukas Feichtner eröffnet im Rahmen des Rundgangs, der diesmal mit nur neun Galerien (u. a. Galerie Krinzinger, Mario Mauroner Contemporary) ein bisschen abgeschlackt wurde, mit dem fotografischen Manipulationen von Werner Schrödl, die Galerie Gabriel zeigt "Amerikanische Grafiken" von Brice Marden, Richard Serra, Cy Twombly u. a. und Layr:Wüstenhagen stellen die bildhauerischen Arbeiten von Anneliese Oberdanner in einer Einzelausstellung vor.

Der iranische Künstler Nader Ahriman zeigt zum ersten Mal in Österreich seine Arbeiten in einer Einzelausstellung bei Ursula Krinzinger. Die Leinwände stammen von 1992 bis 2006 und geben so einen umfassenden Überblick über sein Werk.

Menschliche Wesen sind auf rätselhafte Weise in mechanische Abläufe involviert. Mensch-Tier-Konstallationen präsentiert Ahriman als ästhetische Reflexionen. Er geht bei jedem Bild von einer philosophischen Idee aus, doch sein Symbolisierungsprozess ist nicht nur dementsprechend lesbar, sondern viele Ebenen von Historie und Fiktion, Naturalismus, Surrealismus, Symbolismus lassen weit gefächerte Lesarten zu. Seine Maschinen-Embleme verweisen auf funktionslos gewordene Objekte, gezeugt von einem kränkelnden kapitalistischen System. (cb, DER STANDARD Printausgabe 22.3.2007)

Eröffnung: 22. 3., 18.00 Uhr, 1, Seilerstätte, seilerstätte.com

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