Grüne Kritik an oranger Familien-GmbH

25. März 2007, 15:18
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Öllinger fordert Aufklärung über Kosten - Kdolsky will enge Anbindung ans Ressort

Wien - Zu den "Altlasten", die die neue Regierung von der alten übernommen hat, gehört auch die von Ex-Sozialminister Ursula Haubner (BZÖ) gegründete "Familie Beruf Management GmbH".

Diese ausgegliederte Gesellschaft soll sich um die Förderung der Vereinbarkeit von Kind und Karriere kümmern, fiel aber vor allem dadurch auf, dass ehemalige Orange dort einen Job fanden: Haubners Ex-Kabinettschefin Irene Slama wurde Geschäftsführerin, Heike Trammer vom BZÖ Wien landete genauso dort wie die ehemalige steirische BZÖ-Spitzenkandidatin Theresia Zierler.

Seit dem Regierungswechsel gehört die Familien-GmbH zum schwarz geführten Gesundheitsministerium. Schon damals soll es Überlegungen gegeben haben, mit der Umgliederung auch die rechtliche Konstruktion des Unternehmens zu ändern und danach eventuell personelle Umbesetzungen vorzunehmen.

Ressortchefin Andrea Kdolsky ist derzeit gerade dabei, die Gesellschaft "möglichst eng mit der Familiensektion zusammenzuführen", wie ihr Pressesprecher erläutert. Änderungen seien "vorerst nicht geplant".

Geschäftsführerin Slama betonte immer wieder, dass sie "gute und sinnvolle Arbeit machen". Der grüne Sozialsprecher Karl Öllinger bezweifelt das. "Das beste Beispiel dafür ist die Homepage der Familien-GmbH", argumentiert er. "Über ,Google' findet man sie erst, nachdem man sich über zwei Seiten weiter gehantelt hat. Dann landet man auf der Seite www.familienallianz.at. Die Texte dort sind zum Teil veraltet, Wolfgang Schüssel ist noch Bundeskanzler, Haubner noch Sozialministerin. Sie wird offensichtlich nicht ordentlich gewartet."

In einer parlamentarischen Anfrage an Kdolsky will Öllinger nun genau wissen, was mit den Startkosten in der Höhe von 125.000 Euro, den 523.000 Euro Administrationskosten und den 1,44 Millionen Euro Basisabgeltung denn passiert ist. (Barbara Tóth/DER STANDARD, Printausgabe, 22.3.2007)

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