Einmal durch den Coburg-Keller

26. Juli 2007, 13:45
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Die sechs Stationen des teuersten Weinkellers im Lande. Ein Rundgang von Vene Maier - Mit Video

Bei Christian Petz in der Küche des Restaurants Coburg sind wir erst nach unserem Rundgang durch die unterirdischen Gewölbe des noblen Palais gelandet. Aber nachdem er dort der Chef ist, wollten wir auch wissen, was er über eine der besten Weinkarten der Welt denkt. Und er meint: „Es braucht dafür nicht nur einen Liebhaber und Kenner, sondern einen, der auch etwas verrückt ist.“

Gemeint ist damit Eigentümer Peter Pühringer, dessen 20-Millionen-Euro-Sammlung bei idealen Temperaturen hinter gut gesicherten Türen lagert und auf Connaisseure wartet. Wir durften – unter fachlicher Führung von Marketing-Chefin Sylvia Petz und in Begleitung eines kräftigen Securitymannes – mit einer Videokamera einen Rundgang machen.

Station 1

Der Chateau d’Yquem-Keller, in dem 120 Jahrgänge des berühmten Süßweines hinter Panzerglas liegen. „Besonders stolz“, sagt Sylvia Petz, „sind wir auf einen Zukauf aus einer Christie’s Versteigerung, einem gesamten Lot von 100 Jahrgängen ab 1893.“ Diese sind unverkäuflich, aber daneben liegen noch weitere 436 Flaschen von Yquem, die getrunken werden dürfen.

Station 2

der Haram mit Teppichdach und vielen Polstern, war zur Zeit unseres Rundganges noch „under constuction“, bietet aber für die Eröffnung, die von Donnerstag bis Samstag andauert (mit Referenten wie Michael Broadbent, Jancis Robinson und René Gabriel und Verkostung der teuersten Weine – zu Preisen von bis zu € 6.500.–), sicher eine schöne Liegewiese.

Station 3

Die „Dom Perignon-Bar“ und der dahinter liegende Champagnerkeller. Viel Schwarz und viel Philippe Starck (die Möbel) machen auf perlende Mystik, der Champagnerkeller auf Ehrfurcht. 1350 Flaschen von den berühmtesten Häusern und in allen Größen, natürlich auch in Raritätenform. Muss man sich leisten können.

Station 4

Der Frankreich-Keller. Es läßt sich gar nicht aufzählen, was alles da ist, aber jedenfalls Eindrucksvolles. „Wir kaufen nur die guten Jahrgänge, davon dafür etwas mehr“, bilanziert Sylvia Petz. Hier lagern in Kisten, Schubladen und Regalen rund 30.000 Flaschen, z.B. auch 50 Kisten Mouton Rothschild, Jahrgang 1982, die derzeit nicht angeboten werden (diese kommen in eine eigene Vitrine, sicher ist sicher). Raritäten bis zum Jahrgang 1868 sind auch dabei, und – wie die Chefin so sagt: „Das Zeug läßt sich sogar noch trinken!“

Station 5

Der Neue-Welt-Keller. Symbol für lange Reisen: der Schiffsrumpf. Hier sammeln sich die Weine aus den USA und Australien und in kleinerer Menge aus Spanien und Portugal.

Station 6

Die Weine der Alten Welt – wie Österreich und Italien – lagern in ziemlich modernen Regalen aus ziemlich dickem Glas. Darauf stehen auch schwere Magnum, Doppelmagnum und noch dickere Flaschen, die am Samstag zum Gulasch – Chefkoch Petz hat das Fleisch dafür eigenhändig geschnitten – im Rahmen eines Casual-Lunch (endlich was Leistbares: € 98,-) ausgeschenkt werden. (Vene Maier)

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