Tiroler Unternehmerfamilie zu hohen Haftstrafen verurteilt

23. März 2007, 09:45
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Familie hat Millionen ihrer Immobilienanleger-Kunden veruntreut - Vater Haupschuldiger

Innsbruck - Im Betrugsprozess gegen eine Tiroler Unternehmerfamilie sind am Mittwochnachmittag hohe Haftstrafen verhängt worden. Der 69-jährige Vater erhielt fünfeinhalb Jahre, die beiden Söhne sechseinhalb bzw. sieben Jahre Gefängnis. Das Urteil war vorerst nicht rechtskräftig.

Der Familie wurde vorgeworfen Gelder ihrer Anleger in Millionenhöhe veruntreut zu haben. Die Familie habe Immobilien- und Anlagegeschäfte getätigt und ihren potenten Kunden und Klienten Investmentmöglichkeiten angeboten. Die "finanziellen großen Löcher" seien "aus anderen Töpfen gestopft" worden. "Dieser Teufelskreis hat sich immer schneller und schneller gedreht und endete in Veruntreuung und Betrug", erklärte Staatsanwalt Thomas Schirhakl.

Der Vater, ein Unternehmensberater, und der erstangeklagte 43-jährige Sohn legten vorerst umfassende Geständnisse ab. Der zweitangeklagte Sohn ein Jurist war teilweise geständig.

Als Milderungsgrund gestand Staatsanwalt Thomas Schirhakl dem 45-jährigen Juristen zu, dass er von seinem Vater und seinem Bruder unter Druck gesetzt wurde. Außerdem sei mildernd, dass er sich an den undurchsichtigen Geschäften nicht bereichert habe. "Er hat die Löcher gestopft, die sein Vater und sein Bruder aufgerissen haben," erklärte er.

In Anbetracht der Zeugenaussage, könne man sich aber kaum vorstellen, dass dieser jahrelang als Rechtsanwalt tätig gewesen sei. Die Verantwortung mit der er seine Treuhandschaft wahrgenommen habe, sei "geradezu hanebüchen" gewesen. Sein Verteidiger, Ralf Geymayer, führte an, dass sein Mandant aus einer "falsch verstandenen Familienloyalität" heraus gehandelt habe.

Es gebe viele Geschädigte und einen langen Tatzeitraum. Zugespitzt habe sich die Situation in den Jahren 2003 und 2004 in denen "ein Betrug den nächsten jagte", erklärte der Staatsanwalt. Im Fall des Erstangeklagten Steuerberaters sei erschwerend, dass das Vertrauen von Freunden, Bekannten und "sogar von Mitarbeitern" missbraucht wurde. (APA)

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