Tamiflu und Todesfälle: Hersteller bestreitet Zusammenhang

30. März 2007, 18:02
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Pharmakonzern Roche beruft sich auf Studien aus den USA und Japan

Basel - Das Roche-Grippemedikament Tamiflu ist nach Angaben des Pharmakonzerns nicht der Grund für neuropsychiatrische Symptome und einige seltene Todesfälle von Grippepatienten. Dies hätten neue Studiendaten aus den USA und Japan gezeigt, teilte Roche am Dienstag mit.

Neuropsychiatrische Vorfälle seien bei einem von 37.000 Patienten auftreten. Die Zahl der Vorfälle mit Todesfolge betrage etwa einem pro rund 5 Millionen behandelten Grippepatienten. Ein Zusammenhang zwischen diesen Vorfällen und Tamiflu habe nicht nachgewiesen werden können.

Japanische Untersuchung

Auch das japanische Gesundheitsministerium habe angegeben, dass es keinen ursächlichen Zusammenhang sieht. Ende Februar hatte der japanische Gesundheitsminister gegen Tamiflu eine Untersuchung angeordnet, nachdem sich zwei Jugendliche, die mit Tamiflu behandelt worden waren, aus einem Gebäude gestürzt hatten.

Laut Roche ergaben klinische Studien bei grippekranken Kindern, die mit Tamiflu behandelt wurden, eine ähnliche Häufigkeit von neurologischen und psychiatrischen Vorfällen wie bei unbehandelten Kindern.

Neueste Daten einer US-Krankenversicherung würden gar zeigen, dass Patienten unter Tamiflu im Vergleich zu unbehandelten Patienten ein geringeres Risiko für Nebenwirkungen aufweisen, die das Zentralnervensystem betreffen. Dazu gehören Delirium, Wahnideen, Verwirrtheit, Halluzinationen, aggressives Verhalten. (APA/sda)

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