"Wiener Blut": Doppeljubiläum in Mörbisch

26. März 2007, 22:20
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Das "Mekka der Operette", die Seefestspiele Mörbisch, feiern heuer ihren 50. Geburtstag und Harald Serafin das 15. Jahr seiner Intendanz

Wien/Mörbisch - Gestern abend fand in Wien die Präsentation der Jubiläumsproduktion "Wiener Blut" von Johann Strauß statt, die am 12. Juli Premiere feiert. Serafin, der die Besucherzahlen in Mörbisch seit seinem Amtsantritt 1992 von 50.000 auf rund 220.000 vervierfachen konnte und Regisseur Maximilian Schell versprechen einen wunderbaren Operettenabend.

"Ich bin ein wahnsinnig glücklicher Mensch, seit ich weiß, dass Schell mit uns allen dieses wunderbare Stück produziert. Das ist eine tolle Reputation für uns", erklärte Harald Serafin, der mit seiner ständigen Medienpräsenz ebenso großen Anteil am Besucheransturm in Mörbisch hat wie die professionell gemachte Werbung: "Bei jeder Pensionistenmesse müssen wir vertreten sein, man muss Leute überzeugen, und ich glaube, das ist mir gut gelungen."

Die musikalische Leitung bei "Wiener Blut" wird Dirigent Rudolf Bibl übernehmen. Oscar-Preisträger Maximilian Schell, der die Operette als Musical des 19. Jahrhundert bezeichnete, fand für Bibl nur lobende Worte: "Wiener Blut ist eine Mischung, die selten vorkommt. Wer's hat, der hat's - und Bibl hat es. Bei ihm sind alle Tempi richtig, das ist erstaunlich."

Für das Bühnenbild konnte Rolf Langenfass gewonnen werden. "Wenn die Aufführung Charakter bekommt, dann verdanken wir das ihm", so Schell. Über die Inszenierung wollte er nur wenig verraten: "Serafin wird als Fürst Ypsheim-Gindelbach zu Beginn eine Hügellandschaft besteigen und die Geschichte um Liebe und Intrigen in der Zeit der napoleonischen Kriege erträumen. Eine der Hauptrollen wird eine überdimensionale, aufklappbare Europa-Landkarte spielen."

Wie schon in den letzten Jahren, wird der ORF auch heuer eine Aufführung der Seefestspiele Mörbisch live übertragen. Anlässlich des Jubiläums wird es ein Buch und eine Ausstellung im Landesmuseum Eisenstadt (ab 6. Juni) geben.

Intendant Harald Serafin versprach für das Operettenjahr 2007 in Mörbisch sogar schönes Wetter: "Der Klimawandel ist schrecklich, aber bei uns wird es wunderbar - nach Mitternacht kann es gerne regnen." Serafin lobte auch das Burgenland als musikalischen Standort: "Hier gibt es Mörbisch und die Opernspiele Margarethen. Jeder Wiener hat die Möglichkeit in 60 Kilometer Entfernung Oper zu sehen. Man muss sich nicht eine Krawatte umbinden und zum Holender gehen. Man kann sich auch eine Hose anziehen, ein Würstel essen und nach Margarethen fahren - das ist großartig." (APA)

  • "Ich bin ein wahnsinnig glücklicher Mensch, seit ich weiß, dass
Schell mit uns allen dieses wunderbare Stück produziert. Das ist eine
tolle Reputation für uns."
    foto: epa / barbara gindl

    "Ich bin ein wahnsinnig glücklicher Mensch, seit ich weiß, dass Schell mit uns allen dieses wunderbare Stück produziert. Das ist eine tolle Reputation für uns."

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