Plan gegen Schulden: Ungarisches Dorf verkauft seine Straßen

28. März 2007, 17:42
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Ungewöhnliches Vorhaben war kaum im Internet, schon hat sich der Manager von Tony Curtis gemeldet

Ivad - Ivad ist ein kleines Dorf im Nordosten Ungarns. Der Ort versteckt sich in einem malerischen Tal, umgeben von den Gebirgen Matra und Bükk. Aber das Dorf mit 400 Einwohnern hat große Geldsorgen, klagt Bürgermeister Gabor Ivady.

"Unser Dorf hat Schulden und absolut nichts mehr, was es zu Geld zu machen kann. Deswegen haben wir uns entschlossen, unsere Straßen zu verkaufen und die Straßen auch im Internet anzubieten", erklärte der Bürgermeister. Und kaum haben wir im Internet für Unsterblichkeit geworben, da kam auch schon ein E-Mail aus Amerika." Der Absender war der Manager von Tony Curtis. Immerhin hat der Schauspielerer ungarische Wurzeln.

"Leider hat das Dorf nur acht Straßen", klagt Ivady. Die billigste kostet 97.000 und die teuerste 240.000 Euro. Insgesamt will das Dorf durch den Verkauf 1,4 Millionen Euro einnehmen. Ein Meter Straße kostet 100.000 Forint (406 Euro).

Die meisten Bürger finden das Vorhaben gut. "Wenn wir die Straßen wirklich verkaufen könnten, hätte unser schönes Dorf endlich Geld und könnte etwas für den Tourismus tun", erklärte eine Bewohnerin.

Da gibt es natürlich Vorschriften, die beim Kauf eingehalten werden müssen, erklärte der Bürgermeister. Der Kaufpreis müsse cash bezahlt werden - in Forint, Euro, Dollar oder Rubel. Zudem darf eine Straße nicht nach einer lebenden Person benannt werden, das fordert das Gesetz. Auch müsse der nunmehrige Namensgeber verdienstvoll gewesen sein. "Aber da sind wir nicht so streng. Denn auch eine Mutter, die acht Kinder anständig großgezogen hat, ist für uns verdienstvoll. Übrigens kommen berühmte, aber berüchtigte Figuren der Geschichte nicht in Frage", so der Bürgermeister. (APA)

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