Priester gestalkt: Wienerin muss vor Gericht

21. März 2007, 16:27
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Frau darf nicht zeitgleich mit Priester vor Gericht erscheinen

Wien - Jene 41-jährige Wienerin, die seit Jahren einen Priester gestalkt haben soll, bekommt einen Prozess wegen schwerer Körperverletzung. Nachdem sie von einer psychiatrischen Sachverständigen wiederholt für nicht prozesstauglich befunden wurde, den Geistlichen aber weiter beharrlich verfolgt hat, hat das Wiener Straflandesgericht entschieden, einen zweiten Gutachter beizuziehen.

Dieser attestiert nun der Frau unter gewissen Voraussetzungen Verhandlungsfähigkeit. Der Psychiater empfiehlt dafür Sorge zu tragen, dass die 41-Jährige bei der Verhandlung nicht mit dem "Objekt ihrer Begierde" konfrontiert wird. Diese Begegnung könne ihr im Hinblick auf ihre Persönlichkeitsstörung Schaden zufügen, warnt der Sachverständige.

Der Geistliche leidet seit November 2001 unter den Belästigungen der Frau. Die als Schreibkraft beschäftigte Frau hat ihn in ihrer Pfarre als Seelsorger kennen gelernt und begann ihn daraufhin zu bedrängen. Zu Beginn waren es vor allem Telefonate.

Einem gerichtsmedizinischen Gutachten zufolge traten bei dem Mann in Folge der Zudringlichkeiten depressive Verstimmungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen auf. Sein Befinden soll sich derart verschlechtert haben, dass in der Expertise von einer mehr als 24 Tage dauernden Gesundheitsschädigung ausgegangen wird.

Versetzung

Der Priester ließ sich schließlich nach Niederösterreich versetzen. Die Frau stöberte ihn jedoch auf und alsbald begann sie wieder seinen Gottesdienst mit unflätigen Beschimpfungen ( "Du Sauhund!", "Du Hurenbock!") zu stören. Ein Mal machte sie Anstalten, die versperrte Kirchentür einzutreten.

Vorübergehend befand sich die 41-Jährige sogar in U-Haft, aus der sie gegen Gelöbnis entlassen wurde. Die Justiz erteilte ihr die Auflage, sich an eine vom Geistlichen erwirkte einstweilige Verfügung zu halten, die ihr jedwede Kontaktaufnahme zu dem Mann untersagt. Die Frau verpflichtete sich darin, einen Mindestabstand von 200 Meter zum Priester bzw. seinem Wirkungsort einzuhalten, ihn nicht mehr anzurufen und ihm nicht zu schreiben.(APA)

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