Bertelsmann hält an kränkelndem Musikgeschäft Sony BMG fest

30. März 2007, 10:16
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Gesamtmarkt mit Tonträgern hat sich im vergangenen Jahr weltweit mit einem Minus von 11 Prozent negativer entwickelt als erwartet

Der Medienkonzern Bertelsmann will trotz enormer Schwierigkeiten an seiner Beteiligung am kränkelnden Musikkonzern Sony BMG festhalten. "Bei Sony BMG ist es so, dass wir an dieser Beteiligung definitiv festhalten", sagte Finanzvorstand Thomas Rabe am Mittwoch bei der Bilanz-Pressekonferenz in Berlin.

Der zum Jahresende scheidende Vorstandschef Gunter Thielen bekräftigte: "Im Musikgeschäft liegt großes Potenzial." Der Gesamtmarkt mit Tonträgern hat sich im vergangenen Jahr weltweit mit einem Minus von elf Prozent negativer entwickelt als erwartet.

Die Bertelsmann-Musiksparte BMG, die sich bisher aus dem Tonträgergeschäft und dem zum Jahreswechsel für 1,63 Mrd. Euro verkauften Musikverlag BMG Music Publishing zusammensetzte, hat im vergangenen Jahr Einbußen bei Umsatz und Gewinn hinnehmen müssen. Der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) sank um 4 Mio. auf 173 Mio. Euro.

Im Tonträgergeschäft brach der Gewinn im Jahresvergleich um 37 Mio. auf 90 Mio. Euro ein. Thielen sagte, der Verkauf von Musik über das Internet mache inzwischen einen Anteil am Umsatz von zwölf Prozent aus. Ziel sei es, diesen Anteil weiter zu steigern und bessere Preise zu erzielen. Allerdings werde diese Steigerung auch in den nächsten beiden Jahren die rückläufigen Tonträgerverkäufe noch nicht ausgleichen können, sagte Rabe.

Thielen kündigte an, das Verhältnis der vom ehemaligen Bertelsmann-Vorstand Rolf Schmidt-Holtz geführten Plattenfirma zu ihren Künstlern müsse intensiviert werden. "Ich glaube, die Bereitschaft in der Branche, etwas zu ändern, wächst - übrigens aus Leidensdruck", sagte Thielen. Künftig wolle Sony BMG etwa bei der Produktion von Musikfilmen mitverdienen. Die künstlerische Entwicklung sei bereits in der Vergangenheit hervorragend gewesen.

Sony BMG habe im vergangenen Jahr vier der zehn meistverkauften Alben in den USA herausgebracht. Bei der Grammy-Verleihung hätten Künstler von Sony BMG 36 Preise in den Hauptkategorien abgeräumt. "Sony BMG ist und bleibt ein kreatives Powerhouse", sagte Thielen. (APA/dpa)

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