Stichwort: Westjordanland

26. Juli 2000, 06:41
Jerusalem - Als Westjordanland wird der Teil des ehemaligen Mandatsgebiets Palästina bezeichnet, das 1948 nicht von Israel erobert wurde und bis zum Sechstagekrieg von 1967 zu Jordanien gehörte, mit Ausnahme des Ostteils von Jerusalem. In dieser Region leben schätzungsweise 1,6 Millionen Palästinenser und rund 150.000 Israelis. Die 5.900 Quadratkilometer große Region ist nach den bisherigen Autonomieverhandlungen in drei Gebiete aufgeteilt.

Im der Zone A üben die Palästinenser die Zivilverwaltung aus und sind auch für die Sicherheit verantwortlich. In dem Gebiet liegen sieben palästinensische Städte, darunter Nablus, Ramallah, Jericho, Betlehem und der Großteil von Hebron. Insgesamt leben dort 500.000 Menschen. In der Zone B sorgen Israelis und Palästinenser gemeinsam für die öffentliche Sicherheit. In der Region liegen rund 400 palästinensische Dörfer mit 600.000 Einwohnern. Zone C umfasst den größten Teil (rund 60 Prozent) des Westjordanlands, die noch vom israelischen Militär kontrolliert werden. In 144 jüdischen Siedlungen leben hier 150.000 Israelis, die von zahlreichen Militärstützpunkten geschützt werden. In den Dörfern leben Schätzungen zufolge 30.000 Palästinenser.

Die Palästinenser verlangen 90 Prozent des Westjordanlandes für sich, die Israelis wollen ihnen mit Verweis auf Sicherheitsinteressen nur weniger als die Hälfte zugestehen.

Gemäß einem UNO-Beschluss von 1947 sollte das Westjordanland Kerngebiet eines palästinensischen Staates werden. Im Zuge des israelischen Unabhängigkeitskrieges wurde 1948 der größte Teil von Jordanien besetzt. 1967 eroberte Israel das gesamte Westjordanland, das dann bis 1993 ganz unter israelischer Herrschaft stand. (APA/AP)

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