Ernst-Jandl-Preis geht an deutschen Dichter Paul Wühr

30. März 2007, 14:05
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In Neuberg an der Mürz wird bei den Ernst Jandl Lyrik-Tagen (15.-17. Juni)die Kraft des poetischen Denkens und der Dichtung zelebriert

Wien - Der vierte Träger des Ernst Jandl Lyrik-Preises ist der deutsche Dichter Paul Wühr (79). Dies gab das Unterrichtsministerium am Mittwoch in einer Aussendung bekannt. "An Paul Wührs Werk lässt sich eindrucksvoll die Kraft des poetischen Denkens und der Dichtung ablesen. Gerade in Zeiten der Zweckrationalität und der Ökonomisierung aller Lebensbereiche zeigt uns Paul Wühr, was Dichtung für unser Geistesleben leisten kann", so Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) heute anlässlich des "Welttags der Lyrik" zur Auswahl des diesjährigen Preisträgers.

Dichterische Qualität und Lebenswerk

Der mit 14.600 Euro dotierte Preis wird am 16. Juni im Rahmen der Ernst Jandl-Lyrik-Tage (15.-17. Juni) in Neuberg an der Mürz verliehen. Zum Gedenken an den am 9. Juni 2000 verstorbenen Autor und Dichter Ernst Jandl wird der Preis seit 2001 im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Fachjury war neben der "außerordentlichen Qualität des dichterischen Werkes von Paul Wühr die Tatsache, dass es sich um ein Lebenswerk von großer Bedeutung handelt", so die Begründung der Jury. Dieser gehörten Friederike Mayröcker, Jörg Drews, Alfred Kolleritsch, Klaus Reichert und Felix Philipp Ingold an.

Wühr, der am 10. Juli seinen 80. Geburtstag feiert, wurde in München geboren und lebt heute abwechselnd in München und Passignano (Italien). Neben anderen Auszeichnungen erhielt er 1990 den Petrarca Preis, 1997 den Großen Literaturpreis der Bayrischen Akademie der Schönen Künste, 2001 den F.-C.-Weiskopf Preis der Berliner Akademie der Künste und 2002 den Hans-Erich-Nossack-Preis. Im Jahr 2003 bekam er die Ehrendoktorwürde der Universität Bielefeld.

Paul Wühr ist Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller und des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland. Sein Werk umfasst u.a. den Roman "Gegenmünchen" (1970), "So spricht unsereiner". Ein Originaltextbuch (1973), "Grüß Gott, ihr Mütter, ihr Väter, ihr Töchter, ihr Söhne". Gedichte (1976), "Rede". Gedichte (1979), "Das falsche Buch" (1983), "Der faule Strick" (1987), "Luftstreiche". Ein Buch der Fragen (1994), "Salve". Res Publica Poetica (1997), "Venus im Pudel" (2000), "An und Für". Gedichte (2004), heuer erschien "Dame Gott".

Ernst Jandl-Preis

Der Ernst Jandl-Preis für Lyrik wurde vom ehemaligen Kunststaatssekretär Franz Morak (V) im Jahr 2000 in Erinnerung an Ernst Jandl (1925-2000) ins Leben gerufen. Der erste Preisträger 2001 war der deutsche Lyriker und Essayist Thomas Kling, 2003 wurde der Schweizer Felix Philipp Ingold ausgezeichnet, 2005 erhielt Michael Donhauser als erster Österreicher die Auszeichnung. Der Ernst-Jandl-Preis verfolge nicht das Ziel, den besten Ernst-Jandl-Epigonen auszuzeichnen, wie Morak einmal betonte. Worum es aber sehr wohl gehen soll, dürfte durchaus im Sinne des großen österreichischen Dichters sein, "nämlich um die Kompromisslosigkeit und den Eigensinn von Texten, die neue Maßstäbe gesetzt haben oder setzen." (APA)

  • Der mit 14.600 Euro dotierte Preis wird am 16. Juni im Rahmen der
Ernst Jandl-Lyrik-Tage in Neuberg an der Mürz an Paul Wühr verliehen
    foto: ursula hasenkopf / www.paul-wuehr.de

    Der mit 14.600 Euro dotierte Preis wird am 16. Juni im Rahmen der Ernst Jandl-Lyrik-Tage in Neuberg an der Mürz an Paul Wühr verliehen

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