EU-Verkehrsminister wollen bei Galileo Druck machen

30. März 2007, 10:19
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Diplomaten: Konsortium könnte Frist bis 10. Mai bekommen

Die EU-Verkehrsminister werden bei ihrem Treffen am Donnerstag Druck auf das Konsortium für den Aufbau des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo machen. Diplomaten in Brüssel schlossen nicht aus, dass die Minister den acht Unternehmen, die das EU-Konkurrenzsystem zum amerikanischen GPS aufbauen sollen, eine Frist bis 10. Mai setzen, um die vereinbarte Betreibergesellschaft zu gründen zu erfüllen. Als Alternative könnte die Europäische Raumfahrtbehörde ESA "für eine bestimmten Zeitraum" Galileo betreiben, hieß es.

"Ich habe dieses Datum auch schon gehört", sagte ein EU-Diplomat am Dienstag, dies müssten allerdings die Verkehrsminister entscheiden. Außerdem soll die EU-Kommission beauftragt werden, eine wirtschaftliche Analyse zu Galileo vorzulegen.

Sollte das Konsortium die Vorgaben nicht erfüllen, könnte als Alternative die ESA vorübergehend übernehmen. Damit würde die EU aber von dem Plan abrücken, dass Galileo unter Beteiligung privater Unternehmen finanziert werden soll. Eine Neuvergabe an ein anderes Konsortium sei nicht geplant, hieß es aus Diplomatenkreisen.

Aus derzeitiger Sicht gebe es auch für den neuen Zeitplan "noch keine Gefahr". Der Start des zweiten Versuchssatelliten war von ursprünglich 2006 auf Ende 2007 verschoben worden. Vier Satelliten sollen laut früheren Angaben von Verkehrskommissar Jacques Barrot im Verlauf des Jahres 2008 folgen. Erste Dienste sollen 2011 erbracht werde, Anfang 2012 soll die Konstellation vollständig sein.

Barrot hatte vor wenigen Tagen in einem Brief an die deutsche EU-Ratspräsidentschaft und das Hersteller-Konsortium vor Verzögerungen bei Galileo gewarnt. Die Hersteller-Gruppe umfasst die deutsch-französische EADS, die französischen Firmen Alcatel und Thales, die italienische Finmeccanica, die britische Inmarsat sowie AENA und Hispasat aus Spanien und die deutsche TeleOP. Zuletzt hatte es in Medienberichten geheißen, die spanischen Unternehmen blockierten die Fortschritte des Konsortiums, was diese allerdings zurückwiesen.(APA)

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