"Wurst für Techniker" im Firmen-Wiki

30. März 2007, 10:16
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Immer mehr Unternehmen setzen die Gratis-Software zum Wissensmanagement ein - "Wikis" als lebende Organismen für die Zusammenarbeit

Wer heute das Wort Wiki hört, denkt vermutlich sofort an Wikipedia, das Gratis-Onlinelexikon, bei dem Benutzer die Inhalte selbst schreiben. Dieses ist sicher das bekannteste Wiki. Wikis - die Bezeichnung leitet sich vom haiwanischen Wort für schnell ab - sind im Grunde Online-Softwares, um vorhandenes Wissen zu sammeln und zu managen. Eine Modell, das sich auch gut für den Einsatz in Unternehmen nutzen lässt und daher immer mehr Anhänger auch im Firmenumfeld findet.

Potenzial erkannt

Firmen wie Disney, IBM, Motorola oder Nokia haben das Potenzial der Open-Source-Software für die unternehmensweite Zusammenarbeit schon länger erkannt. Mehr als 20 Prozent der 68.000 Mitarbeiter des finnischen Handyherstellers Nokia nutzen heute bereits Wiki-Webseiten, um ihre Arbeits- und Urlaubspläne upzudaten, sich über den Status von Projekten auszutauschen oder Ideen zu diskutieren.

"Ein lebender Organismus"

"Wikis sind vor allem ein lebender Organismus, über den sich Erfahrungen auf einfache Weise austauschen lassen", sagt dazu Christian Rothmüller, Unternehmenssprecher bei IBM Österreich, wo Wiki-Webs seit mehr als zwei Jahren genutzt werden.

Aber auch immer mehr kleinere Firmen entdecken die Methode als "das" Kommunikationsmittel für Mitarbeiter und Kunden. So zum Beispiel das österreichische Engineering-Unternehmen IVM, das 250 Mitarbeiter in Wien, Graz, Linz und Salzburg beschäftigt.

Übersicht

Initialzündung war die Suche der IVM-Techniker nach einer übersichtlichen Wissens-Datenbank, um ihre Informationen miteinander zu teilen und zu ordnen. Daraus wurde ein Firmen-Wiki, das nicht nur als Wissensspeicher, sondern auch als interne Job-Börse, Firmenzeitung oder Helpdesk dient. Besonderer Beliebtheit erfreut sich beim IVM-Wiki übrigens die Seite "Wurst für Techniker", auf der ein Mitarbeiter hausgemachte Fleischwaren feilbietet. "Die Erfahrungen mit der Web-Software sind so positiv, dass wir jetzt auch andere Unternehmen bei der Einführung beraten möchten", sagt IVM-Firmenchef Walter Hanus.

Für ein Wiki muss aber man keine Firma sein. Verschiedene Webdienste machen es Otto Normalverbraucher einfach, sein eigenes Wiki auf- und mit Freunden auszubauen.(Karin Tzschentke/DER STANDARD, Printausgabe vom 21.3.2007)

  • Bei einem Wiki kann jeder mitarbeiten, sei es um ein Onlinelexikon zu erstellen oder um im Unternehmen Wissenswertes mit anderen auszutauschen.
    foto: cremer

    Bei einem Wiki kann jeder mitarbeiten, sei es um ein Onlinelexikon zu erstellen oder um im Unternehmen Wissenswertes mit anderen auszutauschen.

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