Elf aus 26: Exzellenz für "Comet" gesucht

27. März 2007, 20:05
posten

Am 29. März startet das erste Auswahlverfahren für "Comet", das neue Kompetenzzentren-Programm der FFG

Am 29. März wird es ernst, das erste Auswahlverfahren für "Comet", das neue Kompetenzzentren-Programm der staatlichen Forschungsförderungsgesellschaft FFG, startet. Wie viele der vor sieben Jahren initiierten K-plus-, K-ind- und K-net-Zentren den Sprung in die neue Liga schaffen, wird spannend.

*****

Die Landung des "Comet" rückt näher. Nächsten Mittwoch stehen entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft der Kompetenzzentren in Österreich an. Am 29. März tagt das mit neun internationalen Experten des Wissenschaftsfonds FWF, der Christian-Doppler-Gesellschaft und der Forschungsförderungsgesellschaft FFG besetzte so genannte Panel I, das jene Konsortien auswählen muss, die zum Vollantrag für die im FFG-Kompetenzzentrenprogramm "Comet" für die Spitzen-Kompetenzzentren K1 und K2 zugelassen werden.

Dabei geht es um viel Geld. Insgesamt wurden in der ersten Ausschreibung sieben K2 und 19 K1 mit förderbaren Gesamtkosten in Höhe von rund 600 Millionen Euro eingebracht, wobei Bundesförderungen in Höhe von rund 230 Mio. Euro beantragt wurden und dafür 130 Mio. Euro zur Verfügung stehen.

Damit ist klar: Das Match zwischen den Antragstellern wird ein hartes, denn es ist keineswegs klar, wie viele der bestehenden K-plus-, K-ind-, K-net-Zentren den Sprung in die nächste Liga schaffen (siehe Grafik). Da in Industriekreisen bereits das strenge Regime der FFG beklagt wird, darf davon ausgegangen werden, dass "Comet" weder ein Selbstbedienungsladen noch ein Jackpot ist. Exzellenz muss ebenso hart erarbeitet werden - und zwar im Wettbewerb um staatliche Fördergelder.

Wer nicht genug wissenschaftliche Exzellenz auf die Waage bringt und von Panel I weder für K1 noch für K2 eine Einladung zum Vollantrag bekommt, muss sich um ein so genanntes Phasing-out bemühen, eine maximal eineinhalbjährige Auslaufphase, in der Rückbau, Verkauf oder Integration eines K-Zentrums alten Typs in ein anderes Unternehmen finanziell unterstützt wird. Auch darüber befinden die Panel-1-Experten in ihrer großen Runde in einer Woche.

Was sich bereits im Vorfeld der ersten Panel-Sitzung abzeichnete: Ein Drittel der Förderwerber drängt neu in den im Vorjahr völlig neu geordneten K-Zentren-Markt und besteht überwiegend aus Konsortialpartnern, die bisher noch nirgends dabei waren.

Wirklich spannend wird die zweite Runde des Auswahlverfahrens. Panel II soll am 27. und 28. September 2007 stattfinden und Förderungsempfehlungen für alle drei neuen Programmlinien abgeben. Fracksausen bei manchen Industriepartnern

Hier wird tatsächlich Spreu vom Weizen getrennt - bis hin zur Zulassung bestehender Kompetenzzentren (K-plus, K-ind, K-net) für ein Phasing-out. Denn es ist keineswegs ausgemacht, dass mäßiger Erfolg weiterhin staatlich gefördert und damit 18 Monate lang durchgefüttert wird. Formal ist diese Entscheidung, die bei manchen Industriepartnern bereits Fracksausen verursacht, natürlich den zuständigen Ministern Werner Faymann (Infrastruktur) und Martin Bartenstein (Wirtschaft) vorbehalten. Es ist allerdings kaum vorstellbar, dass sich die beiden dabei nicht an die Expertise "ihrer" Gesellschaft FFG bedienten, damit bestimmte Kompetenzzentren-Partner doch mit Fördermitteln bedacht werden können.

Um in der alles entscheidenden Sitzung Ende September ausreichend Vogelschau zu ermöglichen und die Expertise der Begutachter zu erhöhen, wird das zweite Panel um drei international renommierte Fachleute aufgestockt und besteht somit aus zwölf stimmberechtigten Mitgliedern. Für ausreichend Bodenhaftung soll ein Vertreter des jeweils mitbefassten Bundeslandes sorgen, der optional teilnehmen kann.

Neu im Repertoire bei "Comet": "K-Projekte". Sie sind, vereinfacht ausgedrückt, für jene Fälle vorgesehen, denen es an Potenzial und Marktreife für K1 fehlt, die aber deutlich mehr "Fleisch" auf die Waage bringen, als ein Innovationsprojekt eines Einzelunternehmens. In einem K-Projekt müssen mindestens drei Unternehmen mit einer Wissenschaftseinrichtung (z. B. Uni-Institut) drei bis fünf Jahre lang kooperieren; und zwar "strategisch in dem Sinn, dass in einer mittelfristigen Perspektive eine nachhaltige Profilbildung angestrebt wird". Welche K-Projekte zum Zug kommen, wird in einem verkürzten, einstufigen Auswahlverfahren durch FFG-, CDG- und FWF-Experten. Anträge sind bis 27. April möglich. (Luise Ungerboeck/DER STANDARD, Printausgabe, 21. März 2007)

  • Artikelbild
    der standard
Share if you care.