Fernfahrer zog Mordspur durch Europa: Vermutlich 19 Frauen ermordet

23. März 2007, 10:43
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Bisher fünf Morde an Prostituieren im Ausland gestanden sowie Tötung einer 14-jährigen Deutschen vor 33 Jahren

Hof/Den Haag - Eine im November aufgedeckte Frauenmord-Serie könnte sich ausweiten: Ein Lastwagenfahrer aus Bayern hat bereits fünf Morde an Prostituierten in Spanien und Frankreich sowie die Tötung einer 14-jährigen Mitschülerin vor 33 Jahren gestanden. Nach Polizeiangaben komt er jedoch für weitere 13 Morde in Frage.

Wie die EU-Justizbehörde Eurojust in Den Haag mitteilte, steht der 48-Jährige unter dringendem Verdacht, von 1974 bis 2006 mindestens 19 Frauen ermordet oder zu töten versucht zu haben. Der Lkw-Fahrer war am 17. November 2006 bei Köln festgenommen worden, nachdem ihn die spanische Polizei mit internationalem Haftbefehl gesucht hatte.

Der aus dem Vogtland stammende Fernfahrer stand zunächst im Verdacht, eine 20-jährige Prostituierte in der Nähe von Barcelona ermordet zu haben.

Fünf Geständnisse

Im Laufe der Vernehmungen gestand der Fernfahrer, von 1999 bis 2006 fünf Prostituierte umgebracht zu haben, davon drei in Spanien und zwei in Frankreich. Als Motiv erklärte er, er habe Sex nur genießen zu können, wenn er seinen gefesselten und wehrlosen Opfern beim Todeskampf ins Gesicht habe schauen können. Er habe nicht aufhören können zu töten.

Trophäen von Opfern

Bei ihren Ermittlungen stellten die Beamten zahlreiche Polaroid-Fotos und Haarteile mehrerer Opfer sicher, die der Serienmörder offenbar als Trophäen gesammelt hatte. Der 48-Jährige hatte die Utensilien eigenen Angaben nach seit Jahren in der Schlafkabine seines Lkws aufbewahrt. Einige Fotos zeigten dabei nach früheren Angaben nicht identifizierte Frauen.

Außerdem gestand er, bereits 1974 im Alter von 15 Jahren eine 14-jährige Mitschülerin in Plauen erwürgt zu haben. Der Fall war in der damaligen DDR als Selbstmord registriert und daher nicht weiter verfolgt worden. Die EU-Justizbehörde geht nun davon aus, dass weitere ungeklärte Mordfälle in anderen Ländern ebenfalls auf das Konto des Lastwagenfahrers gehen könnten. (APA/AP)

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