Diagonale-Eröffnung mit kritischen Worten

Redaktion, 21. März 2007, 11:54
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    foto: diagonale/ renner

Festival-Eröffnung durch Intendantin Birgit Flos und Auftakt der Diagonale-Diskussionen rund um den Schwerpunkt Filmverwertung

Mit einer Grundsatzforderung nach breiterer Unterstützung des Films von öffentlicher Seite hat Intendantin Birgit Flos die Diagonale 2007 eröffnet. Außerdem bekräftigte Flos, die aus Alexander Kluges Geschichten vom Kino zitierte, dass der Fortbestand des verdienten Grazer Programmkinos "augartenkino kiz" gesichert werden müsse. Das Festival des österreichischen Films, das heuer wieder den Rahmen der Helmut-List-Halle für die Eröffnung gewählt hatte, ließ schließlich zehn Grazer Diagonalen in Form der Festival-Trailer von Lisl Ponger, Siegfried A. Fruhauf, Mara Mattuschka, Jessica Hausner und anderen Revue passieren.

Zum Auftakt der Diagonale-Diskussionen rund um den Schwerpunkt Filmverwertung, zu denen im Lauf der Woche auch noch die ORF-Vertreter Wolfgang Lorenz, Heinrich Mis und Martin Traxl und am Samstag Kunstministerin Claudia Schmied im Space04 erwartet werden, diskutierten am Dienstag Peter Weibel, Orhan Kipcak und andere über jene Herausforderungen, die der traditionellen Filmverwertung durch neue Medien und veränderte Sehgewohnheiten des Publikums erwachsen. Apropos Verwertung: Anerkennung wird in Graz derzeit auch dem Umstand gezollt, dass die Standard-DVD-Edition zum österreichischen Kino bereits bei über 200.000 verkauften DVDs hält. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21. 3. 2007)

  • "Wir sind im Allgemeinen Optimisten"

    TitelbildEine für Wien verlorene Tochter mit ihrer Familie: "Vienna's Lost Daughters" gastieren in Graz

  • Kommentar: Stagnation in Graz

    Wirklich berückend ist eine Gesamtauslastung von knapp 60 Prozent bei der Diagonale nicht - Von Claus Philipp

  • Bester Spielfilm "heile welt" läuft ab Freitag in Graz

    TitelbildSpielfilmdebüt von Jakob M. Erwa nach Ostern in der Steiermark und im Anschluss in Österreich zu sehen

  • Preisträger, "Alt" und "Jung"

    Ausschnitt aus Bellavista bildete einen eigentümlichen Kontrast zur komödiantisch aufgepeppten Zeremonie

  • Der (Über-)Hang zum Mittelmaß [23]

    TitelbildEin eher flaues, von produktiven Schwerpunkt-Setzungen überraschend freies "Festival des österreichischen Films"

  • Salzburgerin gewinnt Nachwuchswettbewerb "shorts on screen" [2]

    "Der berechnete Ton" von Marlies Pöschl ist eine satirische Perspektive auf Normen

  • Wolf Suschitzky: Chronist hinter der Kamera

    TitelbildAus Wien gebürtiger Fotograf und Kameramann ist einer der bedeutendsten Vertreter des Dokumentarfilms und der Reportage- und Porträt-Fotografie Großbritanniens

  • Ergänzendes Festival:"Abgelehnt" [1]

    Filme und Aktionen sollen weniger gegen die Diagonale gehen, "sondern vielmehr dahinter, davor oder aber auch Darüber-Hinaus"

  • International österreichisch - Diagonale: Fragen und Verrenkungen [3]

    TitelbildUnd wenn man schon nicht immer zu einem gemeinsamen Standpunkt findet: Ein Standort, und zwar ein "bestens bewährter", das ist auch nicht nichts

  • Das Erbe von Opfern und Tätern

    Von der Nachhaltigkeit der Geschichte: Zwei dokumentarische Filme von Klub Zwei - "Response Ability (antworten geben können)" und "Liebe Geschichte"

  • Aufschub der Gewalt: "Daratt"

    TitelbildDer afrikanische Film erzählt von einer Rache, die auf innere Widerstände stößt - Regisseur Mahamat-Saleh Haroun im STANDARD-Gespräch

  • Nachschau im Niemandsland

    Das Filmarchiv Austria würdigt den Autor und Regisseur Herbert Holba (1932–1994) In einem "Niemandsland zwischen gestern und morgen" ereignen sich gruppendynamische Prozesse

  • Die Angst, dass einem die Luft ausgeht [30]

    Titelbild"42plus" erzählt über mittelständische "Luxusprobleme" sowie eine handfeste Midlife-Crisis - Regisseurin Sabine Derflinger im STANDARD-Gespräch

  • Einzelgänger von Beruf

    Nachdem sie Teilhabe an ihrem Dasein gewährt, ihre Ansichten kundgetan haben, setzen Protagonisten und Protagonistinnen von Dokumentarfilmen ihr Leben meistens abseits der Kameras fort: Neue Dokus von Horvath und Burger

  • Grandezza, zart, boshaft, räudig [1]

    TitelbildEin Mann gibt nicht auf, und das ist gut so: Der Autor, Regisseur und Schauspieler Peter Kern wird, nachdem er vor ein paar Jahren nach Österreich zurückgekehrt ist, von heimischen Film- und Kulturförderstellen bevorzugt wenig bis überhaupt gar nicht wahrgenommen

  • Ihre Wortmeldung bitte!

    Auch die zehnte Grazer Diagonale will Diskussionsforum sein

  • Die Insel der Reichen

    TitelbildKontrolle, Disziplin und Gespräche über Armut: Daniella Marxer erforscht in ihrem Dokumentarfilm "Zuoz" die inneren Abläufe eines Schweizer Eliteinternats

  • "Stoffwechsel": Herbert Holba und die Bedeutung des Kinos

    Filmmuseum widmet sich Arbeit mit Archivmaterial, Filmarchiv einer Werkschau des österreichischen Filmemachers - KIZ Augartenkino von Schließung bedroht

  • Beziehungsbruchstücke

    Titelbild"heile welt" heißt das Langfilmdebüt des gebürtigen Grazers Jakob M. Erwa. Es erzählt in zeitlich verschachtelter Form von brüchigen zwischenmenschlichen Beziehungen.

  • Der Lohn der Trauer

    TitelbildSudabeh Mortezai hat sich für ihren Dokumentarfilm "Children of the Prophet" nach Teheran begeben und Menschen vor und während der alljährlichen Trauerrituale begleitet

  • Überwachung, Tribute, Erinnerung, Lakonisch

    TitelbildTipps : "Faceless", "Every Step You Take", "SYNEMA", "Zwa traurige Buam", "Friss Levego"

  • Musik fürs Auge

    TitelbildEin Auszug aus dem Kurzfilmangebot: "herr bar", "Graas", "Grills Hello Again", "as they pass"

  • Brennende Ungeduld

    TitelbildJugend zwischen Stillstand und Aufbegehren: Johanna Moders Kurzspielfilm „Her mit dem schönen Leben“ erzählt von einem 16-jährigen Mädchen, das sich aus der eigenen Passivität reißt

  • Alles war falsch

    TitelbildGerald Igor Hauzenberger porträtiert in seinem Dokumentarfilm "Einst süße Heimat – Begegnungen in Transsylvanien" zwei Angehörige einer deutschsprachigen Minderheit, an denen die Verwerfungen der Geschichte greifbar werden

  • Diagonale-Eröffnung mit kritischen Worten [10]

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10 Postings
fräsersatz
01
24.3.2007, 14:10

ich schlagvor, die flos findet ein ohr auch für diekriitschen worte ,die sie selber betreffen. sie macht´s sichernicht schlecht, aber manche filmablehnungen sind unverständlich, so wie manche filme,die gezeigt werden. wir haben nur dieses festival, das soll nicht noch mehr verhabert werden.

Veresa Rados
03
22.3.2007, 08:33
es wird in diesen foren oft über die festivalerfolge von filmen made in austria hergezogen, doch

ich arbeite in deutschland: man hat österreich wirklich lang um die festivalerfolge beneidet. ein problem, das wir in der drehbuchwerkstatt in österreich jedoch verstärkt orten, ist, daß mit ideen von jungen filmemacherInnen geschäfte gemacht werden: junge produzentInnen benützen drehbuchautorInnen für eigene zwecke und für das eigene fortkommen. das problem: alteingesessene firmen geben filmstudentInnen oft die chance gar nicht, kennt man dafür auch in deutschland zu gut - hier ist in österreich aber schon wieder eine trendumkehr zu bemerken. die produktionsfirmen - ob jung oder alteingesessen - die an jungen stoffen interessiert sind und auch das potential/können haben, diese stoffe zu produzieren, gilt es zu finden und weiterzuempfehlen.

Renate Aichner
00
23.3.2007, 09:48
Produktionsfirmen

Liebe Veresa!
Könntest du mir eine junge gute Produktionsfirma empfehlen, bitte!!!

Veresa Rados
00
23.3.2007, 11:35
einfach ist die frage nicht: geht es um fiktion oder doku, kino oder fernsehen, österreich oder deutschland?

sicher kann man die bekanntesten jungen österreichischen filmfirmen wie amour fou oder coop99 empfehlen, sie arbeiten professionell und die firmen sagen ehrlich, ob überhaupt kapazitäten frei sind. manche junge firmen sind von kreativen gegründet, damit diese besser arbeiten können - die werden vielleicht an fremden büchern weniger interessiert sein, werden das aber sagen. die unprofessionellen jungen firmen gibt es leider auch, doch es ist schwer, das im vorherein zu wissen oder festzustellen. für vorsondierung ist es wahrscheinlich gut, im net zu suchen, welche firma es gibt, welche filme diese produzentInnen schon gemacht haben und dann einfach anfragen. vor dem versenden von stoffen die urheberschaft notoriell beglaubigen lassen , da

Veresa Rados
00
23.3.2007, 11:47

natürlich muss es heißen: die urheberschaft notariell beglaubigen lassen, das geht gratis, ist vom verband der deutschen drehbuchautorInnen empfohlen, link auf unserer website
(www.salzburg.at/miniweb/d... werkstatt)
dann gibt es noch die einfache methode: ein exemplar sich selber eingeschrieben zu senden und den umschlag ungeöffnet zu lassen.
für alles viel glück!
die adresse einer ganz neuen, jungen münchner produktionsfirma haben wir auch, die zur zeit aktiv junge stoffe sucht, ich weiss aber noch nicht, wie die arbeiten. wenn du interesse hast, melde dich bei uns.

Knut Ogris
20
22.3.2007, 03:54
Es geht mir unheimlich am A**** vorbei...

..das ständig diese Kunstvermittler - im Filmbereich -
über irgendwelche Zustände räsonieren! Wer auch Immer!
Diese Art von Kunstvermittlung, hat der originären Filmproduktion in den letzten Jahren viel zu viel Gled weggenommen.
Zum grossen Teil obskure Spezialisten, obskure Künstler/Vermittler, Archive, sogenannte Film-Wissenschafter, einfach Lobbyisten, die die beschäftigung der mwirklichen Filmarbeiter - Drehbuichautoren/Ebtwickler/ Produzenten/ Firmen etc.
Diese Menschen wuirden auch von, nein in Fördergremien eingesetzt - für die KATZ!
Endlich muss es gesagt werden: AUS für diese ABSTRAKTEN und OBSKUREN Lemuren!!!!!
Geld in die Innovation, in die Entwicklung, in die Verwertung - und in die ENTWICKLUNG!
Es muss gesagt sein: INVESTMENT

Lord Schaumloeffel
00
22.3.2007, 17:08
story, story, story

es wäre alles so einfach: verfilmt endlich wieder geschichten, die aufwühlen, berühren, verführen.

aber dazu müßte man erkennen können, was eine geschichte ist, die mehr menschen als die filmemacher und deren unmittelbaren dunstkreis (dazu gehören auch befreundete medienleute) interessiert. dass kino darüber hinaus ein visuelles medium und damit mehr als die abspielstelle für farbreduzierte wickelwackelbilder ist, haben wir hier in österreich auch verlernt. die rechnung präsentiert sich in den besucherzahlen, die (ich weiß, ich wiederhole mich) schlicht ein debakel sind. und das alles hat nix, nix und wieder nix mit zu wenig geld zu tun (klar wäre mehr super). es liegt an den grauen und tristen köpfen, die filme machen.

Veresa Rados
00
25.3.2007, 16:57

mit einer geschichte, die aufwühlt, berührt oder/und verführt werden sie überall landen können. wenn schon keine produktionsfirma anbeißt - sie können es auch über drehbuch-wettbewerbe versuchen, es gibt davon einige sehr gute in österreich und deutschland. auch ist das interessant für ein erstes feedback.

joaopinto
00
24.3.2007, 19:07
oder: drehbuch, drehbuch, drehbuch

wie sagte schon syd field, welche drei dinge man für einen guten film benötige..
ein gutes drehbuch, ein gutes drehbuch, ein gutes drehbuch..

wie du richtig schreibst, geschichten die aufwühlen, braucht das land.. und mitreissende dialoge.

piet birding
00
24.3.2007, 18:11
bitterness, bitterness, bitterness

sie haben sicher die ganze festplatte voll mit diesen "aufwühlenden, berührenden, verführenden" stoffen.

warum nur sind sie dann verbitterter kampfposter im standard film-forum?

ach ja. sie werden ob ihres überbordenden talents von den stupiden filmlauten nicht wahrgenommen. sorry, lord.

trotzdem alles gute, pieter

p.s. mckee zu lesen macht sie noch nicht zu einem guten autor. aber ein teil ihres eigenen tristen kopfes hat das vielleicht auch schon (widerwillig) eingesehen.

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