Südtirol: Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert restauriert

24. März 2007, 11:00
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Mittelalterliche profane Darstellungen waren 2006 in Bozner Ansitz Schrofenstein entdeckt worden

Bozen - Die 2006 im Bozner Ansitz Schrofenstein entdeckten Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert sind restauriert worden. Die Arbeiten bezifferte das Land mit 1,5 Millionen Euro. Die Entdeckung zeigt Szenen aus der Sagen-, Ritter-, Minne- und allegorischen Literatur und Dichtung des Mittelalters.

In einem Raum im ersten Stock war man 2006 während der Wandreinigung auf die gut erhaltenen profane Wandmalereien aus der Zeit um 1400 gestoßen. Das Haus an der Straßenkreuzung Vintlergasse-Weggensteinstraße war von 1368 bis 1415 Stadthaus der Familie Vintler, bevor es in den Besitz der Schrofenstein überging, deren Namen das Haus noch heute trägt. Die aus dem Pustertal stammenden Geschwister Vintler erwarben in jenen Jahren auch Schloss Runkelstein bei Bozen, das sie umbauten und für deren einmalige Ausstattung sie sorgten.

Beschädigungen durch Umbau

Bereits 1885 waren im Saal des ersten Obergeschoßes Fragmente von Wandmalereien mit ritterlichen Kampfszenen und die Beischrift "Tristan" entdeckt worden. Diese Arbeiten wurden allerdings durch einen Umbau 1989 stark beschädigt. Die Verbindung mit den Wandmalereien von Runkelstein (Tristanzimmer) wurde schon bei deren Entdeckung erkannt und führte 1891 zur Überlegung, die Bilder abzulösen und nach Runkelstein zu bringen, was dann nicht geschah.

Die nun entdeckten und weitaus besser erhaltenen Wandgemälde stellen unter anderem eine Jagdszene an der Nordwand über die Ostwand mit ritterlichen Kampfszenen dar, mit höfischen Damen sowie einer noch nicht entschlüsselten Szene mit vier Frauen, die einen rot glühenden Gegenstand schmieden.

Selten und wertvoll

Dem Malereifund messen die Denkmalpfleger besondere Bedeutung zu, "weil profane gotische Wandmalerei in von Umbauten stark betroffenen Stadthäusern in sehr geringer Zahl erhalten sind und das Vintlerhaus Nummer 2 somit einen wertvollen Einblick in die städtische Wohnkultur dieser Zeit bietet". (APA)

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