Filme und Aktionen sollen weniger gegen die Diagonale gehen, "sondern vielmehr dahinter,
davor oder aber auch Darüber-Hinaus"
Graz - Mit "Abgelehnt" veranstaltet der Theater- und
Kulturverein "Drahtseilakt" vom Donnerstag bis Samstag ein
"Gegenfestival zur Diagonale 07", das kein Kontra-Programm, sondern
eher eine Ergänzung ist: 2006 startete man erstmals unter dem Motto
"Klein, fein und gemein" im Grazer Robert-Stolz-Museum, heuer ist das
Cafe Edith in der Belgiergasse 8 der Schauplatz. Zusehen sind elf
Filme und mehr als doppelt so viele Aktionen, die in der Grazer
Innenstadt stattfinden werden.
Die Idee
"Gegen heißt aber nicht bloß dagegen, sondern vielmehr dahinter,
davor oder aber auch Darüber-Hinaus", so die Veranstalter von
"Drahtseilakt". Es werden Filme gezeigt, die es nicht in das Programm
der Diagonale 07 geschafft haben - "nicht, um sich damit an dem Frust
über das eigene und fremde Scheitern zu ergötzen, sondern um
gemeinsam das Thema der Ablehnung zu feiern und zum Anlass
künstlerischer Produktion zu nehmen".
Neben den Filmen, die jeden Abend im Festivalzentrum Café Edith
gezeigt werden, wurden Künstlerinnen und Künstler aller Sparten
eingeladen, sich mit dem Thema Ablehnung auseinander zu setzen. Das
Ergebnis soll eine Vielzahl nationaler und internationaler Beiträge -
von abgelehnter Kunst bis zur Kunst der Ablehnung - werden.
Das Programm
Am Donnerstag beginnt der Filmreigen um 20.00 Uhr mit den
Kurzstreifen "Abc-Projekt", "Observer", "Silvergreen", "Key//lines",
"Ein Männervideo", "InWisdom" und "Doktor Miyagis Geheimnis". Am
Freitag beginnt um 20.00 Uhr ein "Symposion", nämlich ein Streifen
von Heinz Trenczak. der sich im Sommer 2005 mit zwölf Künstlerinnen
und Künstlern drei Wochen lang in Stift Rein bei Graz eingeschlossen
hat. Trenczak: "Ich, 'der Mann mit der Kamera', bin der Dreizehnte
und sehe diesen vier Frauen und acht Männern bei ihrer Arbeit zu,
sehe zwölf Persönlichkeiten und zwölf Haltungen, zwölf Konzepte und
zwölf Arbeitsweisen, sehe Harmonie und Reibung, Sonnenschein und
Gewitter." Dazu kommen die Arbeiten "Lebenslinien", "Monk - Souvenir"
und "running sushi".
Das begleitende Aktionsprogramm von Donnerstag bis Samstag beginnt
täglich um 13.30 Uhr bis 19.30 Uhr mit Happenings an verschiedenen
Orten der Innenstadt wie Mehlplatz, Herrengasse, Eisernes Tor und
Umgebung, Kunsthaus, Mariahilferplatz, der Hauptbrücke, den Platz vor
dem Café Promenade beim Burgtor und dem Cafe Edith. (APA)