Zehn Jahre MBA in Österreich - derzeit gibt es zirka 80 Programme

13. Juli 2007, 13:20
5 Postings

Angaben über MBA-Absolventen schwanken zwischen 1.200 und 3.000 – Einheitliche Qualitätsstandards gibt es nicht – MBA-Landschaft im Umbruch

Wien – Vor zehn Jahren wurde – mit In-Kraft-Treten des neuen Universitätsstudien-Gesetzes (UniStG) am 1. August 1997 – in Österreich die Möglichkeit geschaffen, an Absolventen von Universitätslehrgängen und Lehrgängen universitären Charakters den akademischen Grad "Master of Business Administration" (MBA) zu verleihen. Seither boomt diese Ausbilung im Management: Nach einer Aufstellung des Wissenschaftsministeriums bieten derzeit 30 Universitäten, Privatuniversitäten und sonstige Institutionen mehr als 80 MBA-Programme an.

Programme

Größter Anbieter sind die staatlichen Universitäten: Elf Unis bieten 54 verschiedene MBA-Programme an. Führend dabei sind die Donau-Universität Krems (16 Programme) und die Wirtschaftsuniversität (WU) Wien (15 Programme). An zwei Privat-Unis kann die Management-Ausbildung ebenso absolviert werden wie an 17 Institutionen, die 24 Lehrgängen universitären Charakters mit MBA-Abschluss. Das Spektrum reicht dabei von der Body and Health Academie über die ABC-Abwehrschule des Verteidigungsministeriums bis zu einer Fachhochschule.

Die Angaben, wie viele MBA-Absolventen es derzeit in Österreich gibt, schwanken. Laut Wirtschaftskammer tragen mehr als 3.000 Absolventen diesen Titel "als Zeichen der Führungskompetenz im Management". Im Wissenschaftsministerium werden derzeit lediglich die Absolventen von Uni-Lehrgängen mit MBA-Abschluss erfasst – inklusive des Studienjahres 2005/06 sind das 416 MBA-Absolventen. Zählt man die von Statistik Austria erfassten 758 MBA-Absolventen von Privatunis und Lehrgängen universitären Charakters dazu, kommt man nach diesen Angaben auf 1.174 MBA-Absolventen in Österreich.

Keine einheitlichen Qualitätsstandards

Einheitliche Qualitätsstandards für die Vielzahl an Angeboten – mit Kosten von bis zu 30.000 Euro – existieren derzeit nicht, muss man auch im Wissenschaftsministerium eingestehen. Allerdings sind derzeit nach Angaben des Ministeriums 26 MBA-Programme durch die FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation) akkreditiert, eine Einrichtung, die Studiengängen in Deutschland anerkennt. Die österreichischen FIBAA-akkreditierten Programme sind im Internet unter www.fibaa.de/ger/oesterreich.htm einsehbar.

MBA-Landschaft im Umbruch

Die MBA-Landschaft wird sich in einigen Jahren grundlegend ändern: Mit In-Kraft-Treten des neuen Universitätsgesetzes Anfang 2004 wurden die gesetzlichen Grundlagen für die Lehrgänge universitären Charakters aufgehoben. Auf Grund von Übergangsbestimmungen können aber die akademischen Grade für bis zu diesem Zeitpunkt existierenden Lehrgänge bis Ende 2010 noch verliehen werden.

Um Österreich ein internationales Renommee im MBA-Sektor zu verschaffen, sei es laut Detlef Kran von der deutschen Akkreditierungsagentur FIBAA notwendig, "ein bis zwei Vollzeit-MBA-Programme, die auch international als Spitzenprodukte anerkannt sind, einzurichten." Das würde zehn bis 15 Jahre dauern, dann aber auch von internationalen Rankings beachtet.

(APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Über 80 Programme existieren in Österreichs MBA-Landschaft.

Share if you care.