Epsilon meldet Konkurs an

20. März 2007, 17:33
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Passiva des Errichters des Outlet-Centers Leoville liegen bei 40 Millionen Euro - Neues Management will neu durchstarten

Wien - Der Konkurs des Leoville-Errichters Epsilon wird sich nicht auf die Entwicklung des niederösterreichischen Outlet-Centers auswirken: "Was Epsilon betrifft, hat das keine Auswirkung auf unsere Zukunft", so der schottische Outlet-Spezialist Neil Chapmann, der Leoville gemeinsam mit der Britin Karen Isman auf Vordermann bringen soll.

Leoville wurde im Mai 2005 eröffnet und hatte mit der so genannten Radiusklausel zu kämpfen, wonach das nahegelegene McArthur Glen Design Outlet Center in Parndorf seinen Mietern untersagt hatte, sich in anderen Outlets im Umkreis von 60 Kilometern einzumieten. Leoville setzte sich Anfang des Jahres im Outlet-Center-Streit vor der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) durch und der Schutzradius musste fallen.

"Premium-Strategie"

Leoville will nun mit einer "Premium-Strategie" neu durchstarten und bis Mitte 2008 die Auslastung von derzeit 60 Prozent auf 100 Prozent anheben. Damit wolle man sich auch neben dem Konkurrenten in Parndorf positionieren. Derzeit hat Leoville 37 Pächter.

Für den britischen Outlet-Experten Chapman liegen die Schlüsselfaktoren eines erfolgreichen Outlet-Centers neben dem richtigen Branchenmix, dem Standort und der Kundenfrequenz vor allem im Marketing, der Preissensitivität und den Kosten. Grundsätzlich werde man Bekleidung zumindest um 30 Prozent verbilligt anbieten. Wenn das nicht läuft, werde man auf 40 Prozent Preisnachlass gehen, so Chapman.

60 Geschäfte

Mit einer Grundstücksgröße von 72.000 m2, davon 14.100 m2 als Verkaufs-, Lager-, Gastronomie- und Nebenfläche angelegt, biete Leoville Platz für bis zu 60 Markengeschäfte. Zu den wichtigsten Marken in Leoville zählen derzeit unter anderem Baldini, Max Mara, Oilily, Don Gil, Hugo Boss, Valentino und Chloe.

Das Immobilienunternehmen Epsilon, das Leoville im niederösterreichischen Leobersdorf errichtet hat, musste heute, Dienstag, wie berichtet beim Landesgericht Wiener Neustadt Konkurs anmelden. Die Passiva belaufen sich auf rund 40 Mio. Euro. Details zum Insolvenzverfahren wollte der Geschäftsführer der Leoville-Betreibergesellschaft Alexander Stranzinger nicht bekannt geben. Nur so viel, die Betriebsgesellschaft (European Outlets GmbH & Co Leoville Betriebs KEG) und die rund 85 Beschäftigten sind davon nicht betroffen. Hauptgläubiger im Konkursverfahren ist die Investkredit. (APA)

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