Ein Toter bei Lawinensprengung in Dorfgastein

21. März 2007, 09:33
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Pistenchef kam ums Leben - Sprengladung war zu früh explodiert

Die Explosion hat sich am Vormittag vor dem Absprengen eines Schneebrettes ereignet, schilderte der Vorstand der Bergbahnen Dorfgastein, Rudolf Egger, der APA. Dabei wurde der 40-jährige Pistenchef der Bergbahnen getötet. Andere Personen wurden nicht verletzt.

Die Lawinenwarnkommission habe so wie jeden Tag vor Inbetriebnahme der Lifte die Lage begutachtet. Am heutigen Dienstag habe es dabei die größte Neuschneemenge seit langem gegeben, so Egger. Deshalb hätten etliche Schneewechten und Schneebretter abgesprengt werden müssen, damit darunter befindliche Pisten nicht gefährdet seien.

Sprengladung war zu früh explodiert

Der Pistenchef habe dazu eine Sprengladung vorbereitet. Ein solcher Sprengsatz habe mehrere Kilo und sehe so ähnlich aus wie eine dicke Wurst, erläuterte der Bergbahnen-Chef. Dabei müsse die Zündschnur vorbereitet werden. Beim Hantieren dürfte die Sprengladung losgegangen sein. Der Familienvater sei auf der Stelle tot gewesen sein. Die übrigen acht Personen, die sich alle in der Nähe aufhielten, kamen laut Egger mit dem Schrecken davon und blieben unverletzt.

Der Pistenchef sei bestens ausgebildet gewesen, erst vor 14 Tagen habe er einen Auffrischungskurs gemacht, zeigte sich Egger sehr betroffen. Der 40-Jährige sei auch mit großer Leidenschaft bei seiner Arbeit gewesen. Weshalb der Sprengsatz frühzeitig detoniert sei, war vorerst nicht bekannt. Das werde nun von Sachverständigen geprüft, sagte der Bergbahnen-Chef.

Rax: Zwei Verletzte nach Lawine

Bei einem Lawinenabgang auf der Rax in Niederösterreich sind am Dienstag zwei Männer zum Teil schwer verletzt worden. Einer der Tourengeher wurde unter ständiger Reanimierung von der Bergrettung geborgen und ins Krankenhaus gebracht, teilte Stefan Spielbichler von der NÖ Rettungsleitstelle LEBIG mit. Seine Körpertemperatur war weit unter das Minimum gesunken.

Auf Grund der widrigen Wetterbedingungen war ein Hubschraubereinsatz nicht möglich. Der zweite Mann erlitt Verletzungen am Brustkorb und an der Hüfte.

Die 60- bis 65-jährigen Männer waren am Morgen von Reichenau (Bezirk Neunkirchen) aus aufgebrochen. Das Unglück ereignete sich gegen 11.00 Uhr im alpinen Gelände im so genannten Karlgraben. Ob die Tourengeher die Lawine selbst lostraten, war zunächst nicht bekannt. Sie konnten noch selbst einen Notruf absetzen, dann riss die Telefonverbindung ab. Laut dem Lawinenwarndienst NÖ galt für die Rax Lawinenwarnstufe vier. (APA)

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