"Markt für Desktops ist noch groß"

29. März 2007, 10:26
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Chinesische Lenovo will auch im europäischen Privatkundenmarkt reüssieren - SpielerInnen-Notebooks kommen auf den Markt

Weltweit lag der chinesische Computerhersteller Lenovo im Vorjahr mit rund 16,6 Millionen verkauften Rechnern (PC, Notebooks, Server) und einem Marktanteil von rund 7,3 Prozent auf Platz drei der Top-fünf-Anbieter. Wegen der schwächeren Nachfrage im Geschäftskundensegment musste das Unternehmen, das im Mai 2005 die PC-Sparte der IBM übernommen hatte, allerdings in der Region EMEA (Europe, Middle East and Africa) einen Rückgang der Verkaufszahlen hinnehmen.

Endverbraucher

Während die Chinesen im Heimatmarkt vor allem mit Produkten für den Endverbraucher reüssieren, gestaltet sich das Geschäft in den USA und Europa etwas schwieriger. Hier adressiert der Konzern das von der IBM gepflegte so genannte Businesssegment. Seit ein paar Wochen versucht das Unternehmen daher, auf dem chinesischen Erfolg im Privatkundenmarkt anzuknüpfen. Deutschland und Österreich im Kielwasser dienen dabei als Pilotmärkte - zunächst für Standgeräte.

"Der Markt ist sehr groß"

"Der Markt für Desktops ist trotz der immer beliebter werdenden Notebooks weiterhin sehr groß", sagt dazu Franz Suppan von Lenovo Österreich. Interessant könnten die vier Geräte, mit denen zunächst der Markt getestet wird, "vor allem für die Gamer-Community sein, die in Österreich sicher nicht geringer ist als anderswo", meint der ehemalige IBM-Manager.

Tragegriff für die LAN-Party

Wohl mit Hinblick auf diese Zielgruppe verfügen die Rechner über einen Tragegriff zum leichteren Transport - etwa zu einer LAN-Party. "Falls die LAN-Party zu wild gerät: Die Tastatur ist antibakteriell beschichtet", weist der Lenovo-Pressetext vorsorglich hin. Nicht ganz zu den Gewohnheiten von Computerspielern passt hingegen die Hotline für Privatkunden, die wochentags zwischen 8 und 20 Uhr sowie samstags zwischen 9 und 16 Uhr zu erreichen ist.

K-Serie

Vertrieben werden die Geräte der K-Serie (Preis: um die 700 Euro) zunächst über lokale PC-Fachhändler, Lenovo-Stores sowie über die Online-Schiene www.buylenovo.at. Der Verkauf von Notebooks für den privaten Bereich werde in "absehbarer Zeit" folgen. Überlegt werde auch der Verkauf über weitere Vertriebskanäle, etwa über Elektroketten. Details dazu wollte Suppan keine nennen.

Business-Markt

Der - hart umkämpfte - Businessmarkt soll dennoch der Fokus in Österreich bleiben, betont Suppan. "Wir setzen dabei vor allem auf Produktqualität und die Ingenieursleistung in unseren Geräten. Unser Schwerpunkt heißt 'best engineered' und wir möchten, dass der Markt uns so sieht."

Durch das sukzessive Verschwinden des "alten" IBM- Logos soll der Name Lenovo auch in Europa präsenter werden, sagt Suppan. Keine Einschränkung gebe es hingegen für die Nutzung des Markennamens ThinkPad.

Mehr Tempo

"Wir sind schlanker und schneller geworden, es gibt ein höheres Tempo bei Entscheidungsprozessen", nennt der heimische Lenovo-Chef ein paar Änderungen seit der Übernahme der IBM-PC-Sparte durch Lenovo. Das Gefühl, jetzt in einem chinesischen Unternehmen zu arbeiten, hat Suppan dabei keineswegs. "Wir sind sehr international aufgestellt. Unser Chairman Yuanqing Yang ist Chinese, unser CEO William J. Amelio Amerikaner; wir entwickeln in den USA, in Japan und China; unser Backoffice wird von Bratislava aus abgewickelt - so gesehen sind wir die erste echte globale Company."(Karin Tzschentke/DER STANDARD, Printausgabe vom 20.3.2007)

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Lenovo

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    Lenovo will "in absehbarer Zeit" auch Consumer-Notebooks verkaufen.

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