Solana: EU braucht dringend Reform ihrer Institutionen

23. März 2007, 14:06
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Überlegungen zum 50. Geburtstag der Gemeinschaft - "Das ist bei 27 Mitgliedstaaten ein Muss"

Brüssel - Die Europäische Union braucht nach den Worten ihres Außenbeauftragten Javier Solana dringend eine Reform ihrer Institutionen. "Das ist bei 27 Mitgliedstaaten ein Muss", betonte der Spanier in einem Interview mit Associated Press (AP). "Wir müssen das so schnell wie möglich schaffen, um die Probleme unserer Bürger effizienter lösen zu können und mehr Einfluss auf der internationalen Bühne zu gewinnen. Außerdem müssen wir die großen Herausforderungen angehen, die für jeden ersichtlich sind, zum Beispiel die globale Erwärmung." Solana zeigte sich optimistisch, dass die Gemeinschaft fünfzig Jahre nach ihrer Gründung auch die gegenwärtige Krise meistern werde.

"Europa hat mit seinem hohen Lebensstandard eine Verantwortung"

"Der größte Erfolg ist, dass die EU existiert. Selbst ihre Gründerväter hätten sich vor 50 Jahren eine Europäische Union, wie wir sie heute haben, nicht zu erträumen gewagt", sagte der Chefdiplomat. Worüber die jüngeren Europäer nachdenken müssten, sei, dass "Europa mit seinem hohen Lebensstandard eine Verantwortung hat. Wir müssen versuchen, bei der Entwicklung außerhalb Europas zu helfen. Das ist eine Herausforderung, die das Beste in unseren jungen Leuten hervorbringen sollte. Wir haben damit angefangen, Europa aufzubauen, jetzt muss Europa einen Beitrag hin zu einer besseren Welt leisten."

Für Solana trifft es nicht zu, dass Europa seinen Schwung verloren hätte, nachdem der Verfassungsprozess ins Stocken geraten ist. "Es hat in den vergangenen 50 Jahren immer Zeiten gegeben, in denen der Prozess schneller und solche, in denen er langsamer voranschritt, aber er ist nie zum Stillstand gekommen. Wenn es einmal weniger Schwung zu geben schien, ist immer eine neue Herausforderung aufgetaucht, und daraus ist neue Energie entstanden. Deshalb bin ich sicher, dass wir aus dieser Situation mit der Verfassung wieder herauskommen, und ich glaube wir werden bald wieder Aufwind haben." (APA/AP)

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