Wirkung wird untersucht

20. März 2007, 08:38
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Uni Graz und Med Uni untersuchen Akupunkturmethoden, Wirkung und Qualität von Heilpflanzen - Cluster im Entstehen

Graz - Seit über zehn Jahren beschäftigen sich Forscher an der Uni und der Med Uni Graz mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM). Nun ist mit März an den beiden Hochschulen ein "Forschungszentrum für Traditionelle Chinesische Medizin" eingerichtet worden. In weiterer Folge soll ein Kompetenzzentrum entstehen, das nationale und internationale Aktivitäten bündelt.

Akupunktur -und Wirkstoffforschug

Das neue Zentrum besteht aus zwei Säulen: die Akupunkturforschung an der Medizinischen Universität und die Erforschung der Wirkstoffe und Qualität an der Universität Graz. Mit letzterem beschäftigt sich Rudolf Bauer, Vorstand des Instituts für Pharmazeutische Wissenschaften, seit rund 15 Jahren.

"TCM ist eine wissenschaftlich evaluierbare Form der Medizin, die nachvollziehbare diagnostische Verfahren kennt und konkrete, kontrollierbare Therapien anwendet", so Bauer. An den Grazer Hochschulen arbeitet man deshalb auch auf Basis naturwissenschaftlicher Methoden.

Heilpflanzen kein Placebo

"Vor kurzem haben wir einen Stoff patentiert, der sehr stark gegen Mycobakterien wirkt - die Auslöser für Tuberkulose", nannte der Vorstand ein Beispiel seiner Arbeiten. Der Stoff stamme aus der so genannten "Evodia rutaecarpa": "Er wirkt ähnlich wie synthetische Stoffe und hemmt das Wachstum der Bakterien.

"Mit den Arbeiten zeige man, dass Heilpflanzen tatsächlich eine Wirkung hätten und nicht nur einen Placebo-Effekt. Weiters sollen auch eigene Prüfungsmethoden entwickelt werden, um die Qualität in den Anwendungen in Europa sicherzustellen.

Neue Akupunkturtechniken

Das Team um Gerhard Litscher, Leiter der Forschungseinheit für biomedizinische Technik in Anästhesie und Intensivmedizin an der Med Uni, widmet sich seit rund zehn Jahren der Erforschung von Akupunktur mit modernsten High-Tech-Methoden. Die Experten untersuchen die unterschiedlichen Effekte der Akupunktur im Gehirn und der Peripherie. "Was uns interessiert, sind Grundlagenforschung und Aspekte, die bisher wenig beachtet wurden wie die Objektivierung von neuen Akupunkturtechniken", so Litscher.

So entwickelten die Experten bereits vor einigen Jahren die Laser-Nadelakupunktur zur schmerzfreien Behandlung. Auch eine mögliche Wirkung von Akupunktur in Kombination mit anderen Methoden werde wissenschaftlich untersucht.

Kompetenzzentrum geplant

Der Zukunftsfonds des Landes Steiermark finanziert das Zentrum mit rund 300.000 Euro für zwei Jahre, beim Bund wurde bereits um Unterstützung angefragt. In weiterer Folge soll mit dem "TCM Research Cluster Austria" ein Kompetenzzentrum entstehen, das nationale und internationale Aktivitäten in Forschung und Lehre auf diesem Gebiet bündelt. Die Grazer agieren im Rahmen des Clusters zur Zeit "als eine Art Koordinatoren", berichtete Bauer. Bisher hätten sich 19 Interessenten und konkrete Projektvorschläge gefunden. (APA)

  • Artikelbild
    foto: epa/jeon heon-kyun
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