Greenspan erwartet ausgewogenes US-Wachstum

25. Juli 2000, 18:49

US-Notenbankchef über Preis besorgt

Washington - Die US-Wirtschaft steuert nach Erwartungen von Zentralbankchef Alan Greenspan auf ein ausgewogeneres Wachstum zu. Mit dieser Aussage verstärkte Greenspan am Dienstag vor dem Bankenausschuss des Repräsentantenhauses in Washington die Erwartung, dass die Leitzinsen nicht erhöht werden.

Zuletzt hatte der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (Fed) die Zinsen im Mai auf den höchsten Stand seit neun Jahren angehoben. Tagesgeld kostet seither 6,5 Prozent.

Wachstumstempo verlangsamt

Greenspan bekräftigte Äußerungen aus der Vorwoche, dass sich das Wachstumstempo der US-Wirtschaft im kommenden Jahr verlangsamen wird. Vor dem Bankenausschuss des Senats hatte er berichtet, dass die Fed für 2001 mit einem Wachstum zwischen 3,5 und 3,75 Prozent rechne. Für 2000 korrigierte er die Prognose auf 4,0 bis 4,5 Prozent nach oben.

In diesem Jahr erwartet die Bank eine Inflationsrate von 2,5 bis 2,75 Prozent und im kommenden Jahr von 2,0 bis 2,5 Prozent. Greenspan äußerte sich am Dienstag besorgt darüber, dass auch die "Kernrate" - ohne die traditionell schwankenden Energiepreise - ansteigende Tendenz aufweise.

Keine Inflationsgefahr sieht Greenspan hingegen derzeit vom US-Arbeitsmarkt ausgehen. Die Arbeitslosenquote in den USA ist nicht so niedrig, dass daraus Inflationsgefahren entstehen würden. Es gebe Volkswirte die argumentierten, die USA hätten den Punkt bereits überschritten, an dem Instabilitäten ausgelöst würden. Aber er persönlich glaube das nicht, sagte Greenspan. Es sei eine Situation denkbar, in der die Arbeitsmärkte zu angespannt würden und in der inflationäre Ungleichgewichte entstünden, die letztlich den Aufschwung gefährden könnten. (APA/dpa)

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