Gericht entzieht Neonazi Rieger große Teile seines Besitzes

26. März 2007, 17:12
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Häuser in Thüringen und Niedersachsen betroffen

Jena - Das Amtsgericht Jena in Deutschland hat dem Neonazi-Anwalt und NPD-Vorstandsmitglied Jürgen Rieger die Verfügungsgewalt über große Teile seines Immobilienbesitzes entzogen. Es handelt sich um Objekte im thüringischen Pößneck und im niedersächsischen Dörverden, wie Gerichtssprecherin Kerstin Seyffarth am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP sagte. Nach dem Beschluss werden die Häuser dem Pößnecker Anwalt Alf-Heinz Borchardt zur Abwicklung übertragen.

Der Beschluss des Amtsgerichts ist die Folge der Auflösung der Londoner "Wilhelm Tietjen Stiftung für Fertilisation" durch die britischen Behörden. Nicht Rieger selbst sei als Eigentümer der Immobilie in Pößneck eingetragen gewesen, sondern sein Unternehmen, das nach britischem GmbH-Recht mit Sitz in London geführt worden sei. Weil das Unternehmen jedoch versäumt habe, einen Geschäftsbericht zu veröffentlichen, sei am 29. August 2006 die Löschung erfolgt. Zwar habe Rieger inzwischen eine Nachfolgefirma gegründet, doch sei diese nicht Rechtsnachfolgerin, sagte der Anwalt.

Rieger, der auch Mitglied im NPD-Vorstand ist, gilt als einer der bekanntesten Anwälte der Neonazi-Szene. In den vergangenen Monaten versuchte er laut dem Bericht, Immobilien in Delmenhorst und Wunsiedel zu erwerben. In beiden Fällen seien ihm die Städte mit dem Kauf zuvorgekommen. In Pößneck wie in Dörverden hatten Einwohner gegen die Pläne Riegers protestiert. (APA/AP)

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