Russischer Botschafter verlässt Sitzung des UNO-Sicherheitsrats

26. März 2007, 11:03
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Tschurkin: Kosovo-Verwalter Rücker extrem einseitig

New York - Der russische UNO-Botschafter Witaly Tschurkin ist am Montag aus einer Sitzung des Sicherheitsrates über die Zukunft der serbischen Provinz Kosovo gestürmt. Er beschuldigte gegenüber Journalisten den Chef der UNO-Verwaltung im Kosovo, Joachim Rücker, sich zum Advokaten der Unabhängigkeit der Provinz zu machen. "Seine Äußerungen waren extrem einseitig und wenig hilfreich", sagte Tschurkin. Rücker habe die Unabhängigkeit "gepredigt" anstatt über die Zukunft des Kosovos zu diskutieren.

Die USA wiesen eine Forderung Russlands zurück, den UNO-Sondergesandten für den Kosovo, Martti Ahtisaari, abzulösen. "Ich denke, Herr Ahtisaari macht in dieser schwierigen Angelegenheit einen guten Job", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack. Russland hatte am Wochenende angesichts des Scheiterns der mehr als einjährigen Verhandlungen über die Zukunft der serbischen Provinz eine Ablösung des UNO-Sondergesandten ins Gespräch gebracht.

Ahtisaari hatte am 11. März in Wien das Scheitern der Verhandlungen zwischen Belgrad und Pristina verkündet. Er soll innerhalb der nächsten zwei Wochen seine abschließenden Vorschläge über die Zukunft des Kosovo zur Entscheidung an den UNO-Sicherheitsrat weiterleiten. Der von Ahtisaari vorgestellte Plan sieht für das Kosovo eine weit gehende Souveränität unter internationaler Kontrolle vor. Serbien lehnt den Entwurf mit der Begründung ab, er laufe auf die Unabhängigkeit der Provinz hinaus. Das Kosovo gehört formell zu Serbien, steht aber seit 1999 unter UNO-Verwaltung. (APA)

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