Getöteter Aktivist darf nicht in Harare beigesetzt werden

31. März 2007, 16:24
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Regierung erzwingt laut Opposition Beerdigung auf dem Land - EU verurteilt Vorgehen der Sicherheitskräfte

Harare Die simbabwesische Regierung hat nach Angaben der Opposition eine Trauerfeier für den bei Unruhen getöteten Aktivisten Gift Tandare in der Hauptstadt Harare unterbunden. Tandares Familie sei gezwungen worden, ihn auf dem Land beizusetzen. Die offizielle Darstellung, wonach die Beerdigung auf Wunsch der Familie im Bezirk Mount Darwin stattfand und die Regierung die Ausgaben dafür übernahm, wies ein Oppositionssprecher als Unsinn zurück.

Die Regierung habe Demonstrationen in Harare verhindern wollen, erklärte die Opposition. Nach Tandares Tod am 11. März hatten sich hunderte Aktivisten vor seiner Wohnung im Township Glen View versammelt. Tandare wurde erschossen, als die Polizei eine Gebetsveranstaltung gewaltsam auflöste, zu der die Opposition eingeladen hatte. Am selben Tag wurde der Chef der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), Morgan Tsvangirai, festgenommen und in Polizeihaft schwer misshandelt.

Am Wochenende wurde MDC-Sprecher Nelson Chamisa am Flughafen von Harare von Sicherheitskräften zusammengeschlagen. Nach Angaben der MDC wollte er nach Brüssel fliegen, um an einem Treffen der Europäischen Union mit afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten (AKP) teilzunehmen. Zuvor hatten MDC-Sprecher in Johannesburg die neuerliche Festnahme von drei Oppositionsaktivisten gemeldet.

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft reagierte besorgt auf die jüngsten Vorfälle. Sie verurteilte das Vorgehen der simbabwesischen Sicherheitskräfte aufs Schärfste und appellierte an die Regierung in Harare, alle inhaftierten Oppositionspolitiker sofort freizulassen und ihnen rechtlichen Beistand und medizinischen Hilfe zu gewähren. (APA/AP)

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