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19. März 2007, 18:36
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Auch die zehnte Grazer Diagonale will Diskussionsforum sein

Nicht erst seit seiner Ansiedelung in Graz wird beim österreichischen Filmfestival vor, nach und manchmal auch während der Screenings mehr oder weniger heftig akklamiert, kommentiert oder beeinsprucht, was auf der Leinwand zu sehen war, was die Intendanz zur Auswahl stellt oder wie es um die heimische Filmlandschaft im Allgemeinen bestellt ist.

Um das Debattieren in etwas geordnetere Bahnen zu lenken, ist die Hauptdiskussionsschiene der Diagonale seit dem Vorjahr im Sinne einer über die fünf Festivaltage fortlaufenden Auseinandersetzung konzipiert. In diesem Jahr ist sie dem Schwerpunktthema Filmverwertung gewidmet. Als Moderator fungiert Peter Menasse, und spätestens am Donnerstag könnte es dort richtig spannend werden: Wenn nämlich unter der Headline "ORF neu. Was wir uns wünschen?!" als Diskutanten ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz, Heinrich Mis (Leiter Hauptabteilung Fernsehfilm) und Martin Traxl (Leiter Hauptabteilung Kultur) angekündigt sind, und so der rare Fall eintreten könnte, dass sich tatsächlich ein direkter Austausch mit maßgeblichen Entscheidungsträgern entspinnt (welche in früheren Festivaljahren eher durch Abwesenheit glänzten). Gleiches gilt, wenn am Samstag in diesem Forum Kunstministerin Claudia Schmied mit den Erwartungen und Forderungen an die "neue" Kulturpolitik konfrontiert werden soll.

Mit Formen filmischer Intervention ist man derweil im Forum Stadtpark beschäftigt: Ascan Breuer und Eva Simmler stellen dort unter dem Motto Koloniale Träume – Autonome Zone das autonome katalanische Videoarchiv OVNI vor: In Form einer Präsenzvideothek können Besucher hier täglich Einblick in eine Sammlung von Arbeiten zum Thema Postkolonialismus nehmen, Diskussionen (u. a. "The world according to Austria") und Vorträge erweitern das Angebot.

Einschalten kann man sich außerdem auch jederzeit via Weblog, welches das Festival auf seiner Website hostet (www.dia-log.at). (red / DER STANDARD, Printausgabe, 10./11.03.2007)

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