Hamas lehnt Dahlan als Sicherheitsberater ab

19. März 2007, 16:00
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Erster Konflikt nach palästinensischer Regierungsbildung

Gaza - Die stärkste palästinensische Regierungspartei Hamas hat sich gegen die Ernennung des einflussreichen Fatah-Politikers, Ex-Ministers und früheren Sicherheitschefs Mohammed Dahlan zum Sicherheitsberater von Präsident Mahmoud Abbas ausgesprochen. Die Hamas machte am Montag geltend, dass Dahlan diese Funktion nicht mit der eines Parlamentsabgeordneten kumulieren dürfe, und rief Abbas auf, die Entscheidung unter rechtlichen Gesichtspunkten zu überdenken. Der Präsident hatte Dahlan am Sonntag ernannt, einen Tag nach der Vereidigung der neuen Regierung der nationalen Einheit.

Dahlan gilt als scharfer Widersacher der Hamas, die ihm vorgeworfen hatte, eine "Putsch-Bewegung" gegen das vorherige Kabinett angeführt zu haben und für einen versuchten Mordanschlag auf Regierungschef Ismail Haniyeh verantwortlich zu sein. Das Mekka-Abkommen über die Koalitionsbildung zwischen Hamas und Fatah hatte Dahlan als Ergebnis eines saudiarabischen "Diktats" bezeichnet. Der ursprüngliche Wunschkandidat des Präsidenten Abbas für das Amt des Vizepremiers und "Aufpassers" an der Seite von Hamas-Premier Haniyeh hatte an den Verhandlungen in Mekka als zweithöchster Fatah-Vertreter teilgenommen.

Dahlan, dessen Neffe Anfang Februar von bewaffneten Hamas-Aktivisten entführt worden war, ist von der Hamas als "Kollaborateur mit dem zionistischen Besatzer" und Handlanger des US-Geheimdienstes CIA angeprangert worden. Er bezeichnete seinerseits die Hamas als "Räuber- und Mörderbande", die das Vertrauen des palästinensischen Volkes verloren habe.

Der militärische Flügel der Hamas, "Brigaden Ezzedin al-Kassam", bekannte sich unterdessen in einem Flugblatt zu einem Feuerüberfall, bei dem am Rande des Gaza-Streifens ein israelischer Ingenieur schwer verletzt wurde. Zudem habe die Gruppe zwei Mörsergranaten in das israelische Grenzgebiet abgefeuert. (APA)

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