Bures sieht breite Übereinstimmung bei Kinderbetreuung

21. März 2007, 13:44
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Frauenministerin will Chance gemeinsamer Initiative zur Erreichung des Barcelona-Ziels bis 2010 nutzen

Wien - Frauenministerin Doris Bures hat vorgeschlagen, alle Kräfte für einen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze an einen Tisch bringen. Nur eine gemeinsame Initiative der zuständigen MinisterInnen und StaatssekretärInnen, der Parlamentsparteien, der Arbeiterkammer, der Wirtschaftskammer, des Gewerkschaftsbundes, der Industriellenvereinigung, der Landeshauptleutekonferenz, des Städtebundes und des Gemeindebundes könne nach Ansicht der Frauenministerin zum Erfolg führen, betonte sie in einer Aussendung vom Wochenende.

Verstärkte Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben fördern

Über den Mangel an Betreuungsplätzen bestehe nach längerem Wegschauen und Stillstand nun endlich breite Übereinstimmung, "wir müssen nun daran gehen, aus den sehr erfreulichen Absichtserklärungen 'echte Betreuungsplätze' zu machen", so Bures. Ein flächendeckendes Betreuungsangebot würde außerdem die Frauenbeschäftigung erhöhen und damit dem WIFO-Weißbuch für Wachstum und Beschäftigung entsprechen. Darin heißt es: "Eine verstärkte Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben würde nicht nur zu einem verbesserten Einsatz der Humankapitalressourcen und damit zu einer Produktivitätssteigerung und zu einer Forcierung des Dienstleistungssektors beitragen, sondern auch zu einer nachhaltigen Finanzierung der Renten- und Gesundheitssysteme sowie zu einer Stärkung des sozialen Zusammenhalts führen."

"In den Ländern, wo das Betreuungsangebot stimmt, ist auch die Geburtenrate höher", verweist Bures auf Dänemark (1,8 Kinder), Schweden (1,77) und Frankreich (1,94). Im Vergleich dazu liege Österreich mit 1,41 sogar unter dem EU-Schnitt. "Das beweist, dass sich Familien leichter für ein Kind entscheiden, wenn die Rahmenbedingungen stimmen", so die Frauenministerin.

Österreich weit vom Barcelona-Ziel entfernt

Auch in Hinblick auf das EU-weite Barcelona-Ziel einer 33-prozentigen Betreuungsquote für die unter 3-Jährigen bis 2010 habe Österreich dringenden Handlungsbedarf. In Österreich liegt die Betreuungsquote in dieser Altergruppe derzeit bei 12 Prozent.

Schließlich gab Bures zu bedenken, dass Kinderbetreuung auch der Wirtschaft nützt: Wird die Betreuungslücke geschlossen, fließen 130 Millionen Euro in die öffentliche Hand zurück (durch zusätzliche Abgaben und Einsparungen bei der Arbeitslosenversicherung). Pro Euro, der in Kinderbetreuung investiert wird, fließen über volkswirtschaftliche Effekte zwischen 1,3 und 2 Euro zurück, besagt eine Analyse der WU Wien. (red)

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Mehr zu den Regierungsplänen die Kinderbetreuung betreffend im Schwerpunkt auf derStandard.at
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