Keine großen Sprünge zu erwarten

16. April 2007, 09:31
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Österreichs Fremdenverkehr behauptet sich trotz Stagnation, große Wachstumsschübe sind in Zukunft nicht mehr zu erwarten

Wien - Österreichs Fremdenverkehr beweist laut dem heute veröffentlichten BA-CA-Branchenbericht für den Fremdenverkehrssektor "überzeugende Wettbewerbsstärke". "Trotz stagnierender Übernachtungen wurde 2006 noch ein Plus der Fremdenverkehrseinnahmen von rund vier Prozent erreicht", hieß es in einer Aussendung der Bank Austria Creditanstalt.

Demnach habe die Branche überdurchschnittlich viele Jobs geschaffen und auf den Trend zum Wellnessurlaub reagiert. "Jeder zehnte Gast verbringt bereits einen gesundheitsorientierten Urlaub", hieß es.

Ausländische und inländische Gäste haben im Vorjahr in ihrem Urlaub in Österreich fast 20 Mrd. Euro ausgegeben. Sogar in der laufenden, relativ schneearmen Wintersaison sollten die Fremdenverkehrseinnahmen um weitere vier Prozent steigen, bei einem Übernachtungsplus von voraussichtlich drei Prozent.

Zunehmend schwächere Wachstumsraten

"Die Zahl der Gäste in Österreich steigt zwar kontinuierlich, allerdings mit zunehmend schwächeren Wachstumsraten. Gleichzeitig sinkt die Aufenthaltsdauer der Gäste", rechnete Branchenanalyst Günter Wolf vor. So konnte der Rekordwert von 130 Millionen Gästeübernachtungen aus 1991 und 1992 nicht mehr erreicht werden. 2006 wurden 119,4 Millionen Nächtigungen registriert. "Langfristig werden nachhaltige kräftige Zuwächse der Gästeströme und damit der Fremdenverkehrseinnahmen immer seltener", stellt Studienautor Günter Wolf fest.

Die World Tourism Organisation erwartet eine Abkühlung des Wachstums der internationalen Gästeankünfte in Europa von 4 Prozent im Durchschnitt der letzten zwei Jahrzehnte auf drei Prozent in den nächsten 15 Jahren. In Österreich ist die Zahl internationaler Gäste schon in den vergangenen Jahren vergleichsweise schwach gestiegen, um ein bis zwei Prozent pro Jahr, einem Tempo, das voraussichtlich auch in Zukunft erreicht wird. (APA)

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    foto: derstandard.at/ped
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