Niederösterreich - Telefonie- und Internetzugang über das Stromnetz

27. Juli 2000, 12:38

20 Mal schneller als herkömmliche ISDN-Leitungen

Internet aus der Steckdose: Dieses Vorhaben will der Energieversorger EVN mit Sitz in Maria Enzersdorf künftig seinen Kunden anbieten.

Dem offiziellen Startschuss mit EVN-Vorstandsdirektor Peter Layr ist ein erfolgreicher Feldversuch vorangegangen: Gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmen ASCOM Powerline Communications AG hat die EVN die Möglichkeit der Verwendung ihres Stromnetzes für Telefonie- und Internetdienstleistungen geprüft. 20 Kunden aus dem Bereich "Triester Spitz" im niederösterreichischen Neunkirchen testen bereits Geschwindigkeit und Übertragungsqualität beim Zugang ins Internet via Steckdose. Rund 70 Prozent aller NÖ Haushalte in Ballungsräumen sowie rund 50 Prozent in dünn besiedelten Gebieten liegen derzeit in der erforderlichen Distanz zu einer EVN-Trafostation.

20 Mal schneller als bei herkömmlichen ISDN-Leitungen

Das Besondere an der neuen Technik ist laut EVN die Datenübertragungsgeschwindigkeit, die 20 Mal schneller als bei herkömmlichen ISDN-Leitungen ist. Benötigt werden dazu eine Netzwerkkarte und ein spezieller Adapter im Wert von etwa 1.500 S (109 Euro). Jede Stromsteckdose wird so zur Datenschnittstelle, über die ein schneller permanenter Internetzugang sowie Telefonie möglich ist. Die EVN plant, nach diesem Feldversuch möglichst bald mit der Serienproduktion der Powerline, die als Konkurrenz zur neuen ADSL-Technologie gilt, zu beginnen.

Interessierte können sich vor Ort selbst ein Bild machen: In der EVN Neunkirchen besteht ab sofort die Möglichkeit, auf drei Computern kostenlos über das Stromnetz im Internet zu surfen (Montag bis Donnerstag von 7.00 bis 16.00 Uhr und freitags von 7.00 bis 12.30 Uhr).(red/APA)

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