100.000 Euro Parkgeld abgezweigt: Anzeige wegen Betrugs

20. März 2007, 09:11
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Bregenzer soll Schaden bereits gut gemacht haben - Suspendierung bei ruhenden Bezügen

Bregenz - Ein Bregenzer Verwaltungsbeamte soll über zehn Jahren hinweg 100.000 Euro aus Parkscheinautomaten in die eigene Tasche gesteckt haben. Das berichtete am Sonntag die "Neue Vorarlberger Tageszeitung". Mit dem Geld habe der Mann seinen aufwendigen Lebensstil mit Fernreisen und Nobelkarossen finanziert. Bürgermeister Markus Linhart sagte gegenüber ORF Radio Vorarlberg, dass der Beamte den Schaden bereits wieder gut gemacht habe.

Erste Hinweise auf ein Vergehen gab es laut Linhart vor etwa zwei Wochen. "Der Beamte wurde sofort gestellt, er war geständig. Der zum heutigen Tag zugegebene und erkennbare Schaden ist gut gemacht", sagte das Stadtoberhaupt. Der pragmatisierte Beamte sei bei ruhenden Bezügen suspendiert. Er wurde wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs angezeigt. Nach dem ordentlichen Gerichtsverfahren werde sich auch die Beamtenstrafkammer mit dem Fall befassen.

"Vier-Augen-Prinzip" nicht eingehalten

In den Verantwortungsbereich des Verwaltungspolizisten fielen unter anderem alle Parkscheinautomaten in Bregenz. Auch das Entleeren der Automaten gehörte zu seinem Aufgabenbereich. Um Missbrauch zu verhindern, gilt in der Verwaltung der Vorarlberger Landeshauptstadt das "Vier-Augen-Prinzip", betonte Linhart. Theoretisch müssen beim Entleeren der Automaten und beim Auszählen des Geldes immer zwei Personen anwesend sein. "Es gab halt einzelne Tage, an denen das offenbar nicht eingehalten wurde", so der Bürgermeister.

Der Vorfall sei "höchst bedauerlich" und Veranlassung dafür, die organisatorischen Abläufe noch einmal zu fixieren. "Wir haben seit einigen Jahren die Kontrolle im Amt verstärkt, das werden wir weiter tun und dort, wo es notwendig erscheint, verschärfen", sagte Linhart. (APA)

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