Haider spricht von "Notverkauf"

25. Juli 2000, 18:39

Kritik auch aus den Reihen der SPÖ: NÖ LHStv. Bauer für "österreichische" Bank Austria

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Wenige kritische Stimmen aus der Politik
Kritik lediglich aus FPÖ und Gewerkschaft
24.7.2000

Wien/St.Pölten - Nachdem die Reaktionen aus den politischen Lagern am Montag vorwiegend positiv ausgefallen waren, meldeten sich am Dienstag Kritikers des Deals zwischen Bank Austria und HypoVereinsbank zu Wort. Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) sprach von einem "Notverkauf ans Ausland", aber auch aus den Reihen der SPÖ kam eine kritische Wortmeldung. Der niederösterreichische Landeshauptmannstellvertreter Hannes Bauer bezweifelte die Möglichkeit des strategischen Einflusses der Bank Austria "nach einer Übernahme".

Bauer vertrat gegenüber dem ORF NÖ die Auffassung, dass die Bank Austria(BA)"österreichisch" bleiben solle. Die Vormachtstellung Münchens werde schon jetzt u.a. mit der Ankündigung untermauert, zwei Vorstände der Hypo-Vereinsbank in den Vorstand der BA nach Wien zu entsenden, heißt es in der Aussendung. Da strategische Entscheidungen in den Headquarters fallen, sei es wichtig, viele davon im Land zu haben. "Jetzt haben wir um eines weniger," kommentierte Bauer die Situation.

Haider: "Notverkauf"

Für Jörg Haider (F) ist der Deal zwischen der Bank Austria und der bayrischen Hypo-Vereinsbank ein "Notverkauf". Dieser sei zwar für Aktionäre gut, jedoch nicht für die Mitarbeiter, sagte Haider am Dienstag bei einem Pressegespräch in Klagenfurt.

Beim Aktientausch zwischen BA und HypoVereinsbank seien nur die Aktionäre die Gewinner. Der einfache Steuerzahler hätte nichts davon. Außerdem würden nun die Kompetenzen der größten österreichischen Bank von Wien nach Bayern wandern.

Der Landdeshauptmann schloss jedoch nicht aus, dass die bayrische Hypo-Vereinsbank ein Parntner der Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank sein könne. (APA,red)

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