Serbien: Sichergestelltes Waffenarsenal gehörte Wahhabiten

19. März 2007, 17:55
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Früherer Menschenrechtsminister Ljajic: Gegen islamische Gemeinschaft gerichtet

Belgrad - Das Waffenarsenal, das von der Polizei am Freitagabend in einer Grotte unweit von Novi Pazar, dem Verwaltungszentrum vom Sandschak im Südwest-Serbien, sichergestellt wurde, gehörte einer Wahhabitengruppe, teilte die Polizei mit. Vier Personen wurden festgenommen, nach weiteren Gruppenmitgliedern wird gefahndet.

"Nicht vom Himmel gefallen"

Der frühere Menschenrechtsminister Rasim Ljajic warnte unterdessen, dass die Aktionen der Wahhabiten, radikaler moslemischer Fundamentalisten, gegen die islamische Gemeinschaft in der Region und nicht gegen den Staat gerichtet seien. "Es ist sehr wichtig herauszufinden, woher die Waffen gekommen sind. Sie konnten nicht vom Himmel fallen", sagte Ljajic gegenüber der staatlichen Presseagentur Tanjug.

Im Sandschak lebt die Mehrheit der in Serbien ansässigen Bosniaken (Muslime). In Novi Pazar wurden im Vorjahr zwei Mal größere Probleme mit Wahhabiten registriert. Im vergangenen Juni hatten sie ein Konzert einer Belgrader Musikgruppe im Stadtzentrum unterbrochen. Im November wurden von Wahhabiten Zusammenstöße in der größten städtischen Moschee ausgelöst. In der darauf folgenden Schießerei wurden drei Personen verwundet. Angaben über die Wahhabitenzahl im Sandschak gibt es keine. (APA)

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