Journalisten sehen Pressefreiheit in Lateinamerika zunehmend bedroht

18. März 2007, 20:47
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Vor allem von linksgerichteten Regierungen und Drogenmafia

Cartagena - Journalisten und Verleger sehen die Pressefreiheit in Lateinamerika zunehmend von den neuen linksgerichteten Regierungen sowie von der Drogenmafia bedroht. Medienvertreter aus Venezuela, Bolivien, Ecuador und Uruguay erklärten am Samstag bei einer Konferenz der InterAmerican Press Association (IAPA) in Kolumbien, die Behörden in ihren jeweiligen Ländern seien der Presse höchst feindlich gesinnt. Aus Mexiko wiederum wurde gemeldet, dass mehrere Journalisten von Drogenhändlern ermordet worden seien.

In Mexiko wurden dem Länderbericht zufolge allein seit Oktober sieben Reporter getötet. Zwei weitere verschwanden spurlos, und in acht Fällen erhielten Medienvertreter Todesdrohungen. Gonzalo Marroquin, der Präsident der IAPA, in der mehr als 1.300 Zeitungen auf dem amerikanischen Kontinent zusammengeschlossen sind, nannte dies völlig inakzeptabel. Mexiko sei für Journalisten das gefährlichste Land in der westlichen Hemisphäre geworden.

Kritik an Chavez

Marroquin attackierte ferner den venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez, der sich wie ein absoluter Herrscher benehme und Kritik in den Medien zu unterdrücken versuche. Auch der bolivianische Präsident Evo Morales scheine sich angesichts einer freien Presse "nicht wohl zu fühlen". Den Präsidenten von Ecuador und Uruguay, Rafael Correa und Tabare Vazquez, wurde zur Last gelegt, eine kritische Berichterstattung der Medien als unmoralisch und wahrheitswidrig zu verunglimpfen. (APA/AP)

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