Videogames als Retter sterbender Multiplexkinos

31. Juli 2007, 14:46
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Konzept von Cinegamez könnte die Riesensäle wieder auslasten

Marius Richter, Geschäftsführer von Cinegamez, hat die Lösung für die Misere der Multiplex-Kinos in der Tasche. Mit seinem Konzept "Cinegamez", das die Game-Kultur mit Kino auf eine neue Weise kombiniert, glaubt er die leeren Kinosäle wieder beleben und somit mehr Umsatz in die Kassen der Blockbusterhütten bringen zu können. Mit einer aufwändig entwickelten Technologie bringt Richter Videospiele auf die Leinwand - Jugendkontrolle inklusive - und macht sie zu einem kollektiven Erlebnis für Spieler und Zuschauer. "Das Konzept ist spitze", kann sich Frank Weber, Marketing-Direktor des Game-Publishers Vivendi Games, für "Cinegamez" begeistern. Richter, dessen Firma international ausgerichtet ist, rüstet daher schon für eine Großoffensive. "Drei große Kinoketten in den USA haben schon starkes Interesse bekundet und ein konkretes Kino in Las Vegas für "Cinegamez" ins Auge gefasst", erklärt Richter im pressetext-Interview.

Pilotprojekt

In Deutschland gab es im vergangenen Jahr ein dreimonatiges Pilotprojekt im Essener Cinemaxx-Kino, in dem Cinegamez einen Saal angemietet und für sein Angebot umgebaut ha. Den Testlauf wertet Richter als Erfolg. Die Begeisterung des Multiplex-Betreibers Cinemaxx hält sich hingegen in Grenzen. "Das Konzept eignet sich als Event gut, nicht aber als dauerhafte Einrichtung", so der Cinemaxx-Sprecher Arne Schmidt gegenüber pressetext. Aber genau dies müsste Richter erreichen, um den Durchbruch zu schaffen. "Unsere Marketing-Konzepte sind groß angelegt, das heißt, der Grundansatz einer bundesweiten Flächendeckung mit etwa zehn Großstädten muss gegeben sein, sonst ist das für uns nicht interessant ", erklärt Weber von Vivendi Games seine Vorbehalte.

Einige Fragen offen

Beim Konkurrenten Electronic Arts (EA) ist es ähnlich. Das Konzept sei hochinteressant, allerdings sind noch einige Fragen offen. Rechtlich sei vor allem in Deutschland noch einiges zu klären, denn wer öffentlich spielen lässt, muss eine Spielhallenkonzession haben. Allerdings verweist Richter auf das E-Learning-Angebot, dass er im Rahmen von "Cinegamez" auch anbietet. "Unser Konzept hat drei Standbeine: Erstens sind wir eine interessante Medienplattform für Games-Publisher bei der Vermarktung von Spielen, für die Konsumenten bieten wir klassisches Gaming an und drittens sind wir auch im Bildungsbereich aktiv, indem wir das Cinegamez-System für E-Learning und Edutainment einsetzen", so Richter.

Neue Projekte

Richter hofft noch in diesem Jahr ein neues Projekt in Deutschland umsetzen zu können, in das zehn große Kinozentren eingebunden werden sollen. Auch in Österreich befindet man sich in Gesprächen mit einer großen Kinokette. Wenn alles gut läuft, dann darf auch dort noch in diesem Jahr mit Cinegamez gerechnet werden. "Mit Cinegamez können Kinos ungenutzte Kapazitäten nutzen", betont Richter. Auch Olaf Wolters, Geschäftsführer des Bundesverbands Interaktive Unterhaltungssoftware, findet das Konzept sinnvoll. "Wenn es thematisch passt, können neue Synergien gefunden werden", sagt er im pressetext-Gespräch. Bei EA sieht man das genauso. "Das Kino ist ein hochwertiges Umfeld. Zwischen Kinogehern und Gamern besteht eine sehr hohe Affinität und es könnten auf diese Weise neue Zielgruppen erschlossen werden", glaubt EA-Marketing-Direktor Peter Larson, der gegenüber pressetext bestätigt, dass EA bereits mit Cinegamez über eine Zusammenarbeit verhandelt.(pte)

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