Simbabwes Oppositionelle dürfen Land nicht verlassen

31. März 2007, 16:24
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Oppositionsführer Mutambara auf dem Flughafen schwer verletzt - Oppositionelle dürfen das Land nicht mehr verlassen - USA und EU protestieren heftig

Harare - Am Montag berichteten die staatlich kontrollierten Medien unter Hinweis auf die Polizei, dass Simbabwes Oppositionsführer ihr Land vor Beendigung möglicher Gerichtsverfahren gegen sie nicht verlassen dürfen. Der Chef der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), Morgan Tsvangirai, sowie Arthur Mutambara, der Vorsitzende einer abgespaltenen MDC-Fraktion, waren vor einer Woche mit zahlreichen anderen Oppositionellen bei einer Kundgebung festgenommen und in Polizeihaft misshandelt worden.

Mutambara war am Wochenende ebenso wie zwei MDC-Anhänger am Flughafen der Haupstadt Harare zusammengeschlagen und an der Ausreise gehindert und festgenommen worden. Ihm droht eine Anklage wegen Aufrufs zur öffentlichen Gewalt. Außerdem war MDC-Sprecher Nelson Chamisa am Sonntag von Schlägern am Flughafen so schwer mit Eisenstangen niedergeknüppelt worden, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste. Er hatte an einer EU-Konferenz in Brüssel teilnehmen wollen.

Ein junger Mann war bei der Aktion erschossen worden. Nach Angaben der Opposition wurde er mittlerweile in aller Stille von der Polizei an einem geheimen Ort beigesetzt. Die MDC, die für Montag eine öffentliche Beisetzung geplant hatte, habe eine gerichtliche Anordnung auf Herausgabe der Leiche beantragt.

Kritik aus dem Ausland

Die erneute Repression gegen die Opposition in Simbabwe hat heftige Kritik im Ausland ausgelöst. Die US-Regierung mache Präsident Robert Mugabe persönlich verantwortlich, betonte der Sprecher des US-Außenamts, Sean McCormack. Es sei offensichtlich, dass er offene und politische Diskussion in seinem Land fürchte. Daher sei er bereit zu Gewalt gegen Oppositionelle. Die Europäische Union schloss sich der Kritik an und forderte die Freilassung der Oppositionellen sowie Zugang zu rechtlichem und medizinischem Beistand.

"Gesetzloses Treiben"

Der autokratisch regierende Präsident Mugabe beschuldigte die MDC, "terroristische Aktivitäten" gegen unschuldige Bürger zu planen und durchzuführen. Sie sei eine gewalttätige Organisation, die von den früheren britischen Kolonialherren und deren Verbündeten finanziert werde. Seine Regierung werde deren "gesetzlosem Treiben" nicht mehr tatenlos zusehen, zitierte ihn die Zeitung "Sunday Mail". Seine Polizei hatte weltweit Empörung ausgelöst, als sie vor einer Woche brutal eine Massenandacht auflöste und Dutzende Oppositionelle in Polizeihaft misshandelte. (APA)

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    Die Regierung von Präsident Mugabe wird zunehmend nervös. Am Wochenende ließ er erneut Oppositionspolitiker verhaften und misshandeln.

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