100 Jahre nach Messina: Forscher suchen nach "genetischem Erdbeben"

26. März 2007, 13:20
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Wissenschafter wollen zahlreiche Opfer des Bebens von 1908 exhumieren und mögliche Auswirkungen des Edelgases Radon bestimmen

Rom - Fast 100 Jahre nach dem schweren Erdbeben von Messina auf Sizilien mit rund 95.000 Toten wollen italienische Wissenschafter zahlreiche Opfer exhumieren. Die Toten sollen auf mögliche genetische Veränderungen untersucht werden. Die Biologen und Mediziner von den Universitäten Rom und Bologna gehen dabei von der These aus, dass solche DNA-Veränderungen durch das radioaktive Edelgas Radon verursacht wurden. Dieses geruch- und farblose Gas trete häufig kurz vor oder während eines Erdbebens aus bestimmten Felsarten aus.

"Genetisches Erdbeben"

Wie die römische Zeitung "La Repubblica" am Samstag berichtete, sollen mindestens 250 Leichen untersucht werden. Die Behörden hätten bereits zugestimmt. Falls sich die These der Wissenschafter bestätigen sollte, wäre dies "ein echtes genetisches Erdbeben", schreibt das Blatt.

Das Erdbeben in der Wasserstraße zwischen Sizilien und dem italienischen Festland vom 28. Dezember 1908 hatte eine Stärke von 7,2 auf der Richterskala. Es gilt als einer der schwersten Naturkatastrophen im 20. Jahrhundert. Viele Menschen in Messina und in Reggio Calabria in Kalabrien kamen durch anschließende Tsunamis ums Leben. (APA/dpa)

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