Europa: Volatile Woche, M&ANews als Highlight

20. März 2007, 20:21
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Ein Kommentar von Jürgen Ulamec und Elisabeth Springer aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Die vergangene Handelswoche war durch hohe Volatilität an den europäischen Märkten gekennzeichnet. Nach einem erfreulichen Wochenstart gaben die Kurse an den Börsen im Wochenverlauf deutlich nach, um sich am Ende der Woche wieder zu stabilisieren.

Die Top-Performance im Eurostoxx lieferten diese Woche einige Unternehmen, welche durch M&A-Nachrichten auf sich aufmerksam machten. So wird beispielsweise der niederländische Chemiekonzern Akzo Nobel seine Tochter Organon BioSciences für rund 11 Mrd. Dollar an den US-Pharmakonzern Schering-Plough verkaufen. Außerdem wolle das Unternehmen 10% seiner Aktien zurückkaufen. Wie der spanische Zigarettenhersteller Altadis mitteilte, hat er eine Übernahmeofferte seines britischen Konkurrenten Imperial Tobacco im Gesamtwert von rund 11,5 Mrd. Euro erhalten, dies entspricht 45 Euro je Altadis-Anteilsschein. Spekulationen um eine Übernahme gab es bei Atos SA. Gerüchten nach sei das Private-Equity- Unternehmen Blackstone bereit, bis zu 4 Mrd. Euro für den französischen ITServiceanbieter zu bezahlen. Alle oben angeführten Aktien setzten zu Kurssprüngen zwischen 19 und 21% an.

Die derzeitige Schwäche an den Börsen ist so jedenfalls nicht ganz nachvollziehbar, da die meisten Unternehmen dem in dieser Berichtsaison herrschenden Trend folgend wieder Rekordergebnisse zu den Quartalszahlen veröffentlichen konnten. Der Pharmakonzern Bayer AG konnte seinen Konzernumsatz um 17,2% auf 28,96 Mrd. Euro verbessern. Das EBITDA kletterte um 21,3% auf 5,58 Mrd. Euro. Der Chemiekonzern Altana AG konnte seinen Konzernumsatz 2006 um 18% auf 3,9 Mrd. Euro steigern. Das EBIT kletterte um 38% auf 779 Mio. Euro. Des Weiteren soll es bei Altana durch den Verkauf von Altana Pharma zur Ausschüttung einer Sonderdividende in Höhe von 33,00 Euro kommen. Die gesamte Ausschüttungssumme beläuft sich damit auf insgesamt 4,732 Mrd. Euro, was ca. zwei Drittel der derzeitigen Marktkapitalisierung entspricht. Somit wird nur noch die kleinere und wenig attraktive Chemiesparte übrig bleiben. Im Jahr 2006 erreichte der Salz- und Düngemittelhersteller K+S AG das bisher beste Geschäftsjahr. Die Einbeziehung der SPL-Gruppe im Geschäftsbereich Salz sowie Preiserhöhungen wirkten sich positiv aus. Das operative Ergebnis (EBIT) übertraf mit EUR 278,0 Mio. Euro den Vorjahreswert um 11%. Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern erhöhte sich auf 218,1 Mio. Euro, was einem Plus von 35% entspricht. Trotz dieser guten Ergebnisse waren die Anleger vorsichtig und die Aktien zeigten keine großen Ausschläge. Ohne jegliche negative Nachrichten mussten in der abgelaufenen Handelswoche hauptsächlich Banken wie die Deutsche Bank mit minus 6,2%, die Banco Santander mit minus 6,3%, die Societe Generale mit minus 5,6% sowie Versicherungen wie Axa und Allianz mit minus 6,8 bzw. 5,8% Kursabschläge hinnehmen.

Zwar werden für nächste Woche noch einige Unternehmens- und Konjunkturdaten erwartet, dennoch erwarten wir einen Rückgang der Volatilität.

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