Leben am Mars wird plausibler

26. März 2007, 13:10
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Eisozean auf dem Roten Planeten lässt Forscher weiter umdenken: Ablagerungen bestehen aus nahezu purem Wassereis

Washington – Das Einzige, was jetzt noch fehlt, ist der endgültige Beweis für flüssiges Wasser auf dem Mars. Die Qualität des Gefrorenen am Südpol des Roten Planeten scheint jedenfalls ausgezeichnet zu sein. Geophysiker um Jeffrey Plaut werteten Radarmessungen von mehr als 300 Umrundungen der europäischen Raumsonde Mars Express aus und erklärten, dass die Ablagerungen aus nahezu purem Wassereis bestünden. Die Radarstrahlen hatten die Eisschicht nämlich fast ungehindert durchdringen können. Und das war auch das eigentlich Überraschende für die Forscher: Denn das Eis am Südpol sah zunächst verschmutzter aus als das am Nordpol, das ein italienisches Forscherteam bereits im vergangenen November entdeckt hatte.

Das gefrorene Wasser hat ein Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Kubikkilometern, schreiben die Forscher des Jet Propulsion Laboratory der Nasa im Fachblatt Science. Das entspricht in etwa zwei Dritteln des Grönland-Eises. Diese Menge würde reichen, den Mars unter einer elf Metern dicken Wasserschicht verschwinden zu lassen, würde das Eis schmelzen. Der Eisfund ist eine weitere Bestätigung für die Annahme, dass der Mars einst sehr feucht war. Und sie gibt Anlass zu weiterem Nachdenken, wie der Berliner Planetenforscher Gerhard Neukum meinte.

Beweis für Wasser auf der Oberfläche des Mars

Die konkretesten Hinweise auf flüssiges Wasser waren bisher Bilder der Sonde "Mars Global Surveyor" im Dezember. Sie zeigten in zwei abschüssigen Erdrinnen Ablagerungen, die vermutlich von Wasserflüssen irgendwann während der vergangenen sieben Jahre dorthin transportiert worden seien, teilte die Nasa damals mit.

"Diese Beobachtungen sind der bisher stärkste Beweis, dass immer noch gelegentlich Wasser auf der Oberfläche des Mars dahinfließt", meinte damals Michael Meyer, der Chefwissenschafter des Nasa-Programms zur Untersuchung des Roten Planeten. Die Frage sei, ob das auch auf Leben hindeute, erläuterte er. Tatsache ist allerdings, dass die Atmosphäre auf dem Mars derart dünn ist und die Temperatur so gering, dass sich Wasser auf der Oberfläche schnell verflüchtigen oder frieren würde. (red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17./18.3. 2007)

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NASA
  • Das gefrorene Wasser hat ein Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Kubikkilometern, was in etwa zwei Dritteln des Grönland-Eises entspricht.

    Das gefrorene Wasser hat ein Gesamtvolumen von 1,6 Millionen Kubikkilometern, was in etwa zwei Dritteln des Grönland-Eises entspricht.

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