Tschetschenischer Präsident wirft russischen Behörden Folter vor

26. März 2007, 10:37
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Beobachter: Kadyrow will Popularität bei Bevölkerung steigern

Grosny - Der neue tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow hat den russischen Behörden systematische Folterungen in der Kaukasusrepublik vorgeworfen. Als Beispiel nannte er am Freitag eine Haftanstalt der Einheit ORB-2 in Urus-Martan, die dem Innenministerium unterstellt ist. Die Staatsanwaltschaft dort habe Ermittlungen aufgenommen. Kadyrow wurde erst kürzlich vom russischen Präsidenten Wladimir Putin zum neuen tschetschenischen Präsidenten ernannt.

Die Anschuldigungen wurden als Versuch Kadyrows gesehen, seine Popularität in der Bevölkerung zu steigern und von den Menschenrechtsverstößen seiner eigenen Sicherheitskräfte abzulenken. Der 30-Jährige ist der Sohn des ersten pro-russischen Präsidenten in Tschetschenien, Achmat Kadyrow, der 2004 bei einem Attentat ums Leben kam. Erst am Dienstag hatten Menschenrechtsexperten des Europarats schwere Vorwürfe gegen die Sicherheitskräfte in Tschetschenien und gegen Kadyrow erhoben. Folter und Misshandlung von Gefangenen seien nach Aussagen zahlreicher Zeugen in Tschetschenien an der Tagesordnung, erklärte ein Komitee zur Verhütung von Folter in einer Stellungnahme.´(APA/AP)

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