Wunderlampe

16. März 2007, 17:00
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Söldner in der Chefetage, die oft arrogant und praxisfern agieren, seien das Ergebnis von Vollzeit-MBA-Programmen

Söldner in der Chefetage, die oft arrogant und praxisfern agieren, seien das Ergebnis von Vollzeit-MBA-Programmen, die von ehrgeizigen, aggressiven Jungen ohne Führungserfahrung und mit dem Motiv der Gehaltssteigerung und des schnellen Aufstiegs absolviert werden, wetterte Managementprofessor Henry Mintzberg in seinem Bestseller „Manager statt MBAs“. Die Diskussion um die Frage, ob und wie gute Manager zu formen seien, wird oft an der Königsdisziplin MBA festgemacht. In den 80er-Jahren wurde ihr sogar der Untergang prophezeit. Bekanntlich kam es anders: Die renommierten MBA-Kaderschmieden haben ihre Programme weiterentwickelt, legen mehr Gewicht auf Entrepreneurship und bringen immer mehr erfolgreiche Unternehmensgründer (in Harvard zwölf Prozent der Absolventen) hervor. Die Business Schools stellen sich der Kritik und dem Wandel.

Dass sich der MBA aber als hochpreisiges Produkt nach wie vor gut verkaufen lässt, zeigen die vergangenen zehn Jahre MBA in Österreich, die mittlerweile über drei Dutzend Programme auf dem Markt. Simples Labelling reicht aber auch hier längst nicht mehr. Denn die Angebotsfülle hat mittlerweile auch dazu geführt, dass viel genauer geschaut wird, wo und warum der MBA absolviert wurde. Bloß die drei magischen Buchstaben bringen nicht automatisch mehr Gehalt, katapultieren längst nicht mehr automatisch in höhere Sphären, wie Studien (etwa von Neumann Compensation) zeigen. Berufsbegleitende Studien sind jetzt auf dem Vormarsch, Firmen lassen maßschneidern, wenn sie entsenden. Lediglich MBA auf der Visitenkarte nach einem Uni-Studium ist nicht mehr gefragt. Es geht um Qualität.

Am kommenden Dienstag zeigen 15 MBA-Schmieden in Österreich an der Wiener Wirtschaftsuni, was sie bieten. Arthur Hirsh, Rektor der Webster-Uni, formuliert, was MBA-Programme sicher nicht sind: „Aladdins Wunderlampe“. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe 17./18.3.2007)

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    foto: der standard
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