"IT-Nobelpreis" für automatischen Buchscanner aus Wien

23. März 2007, 18:02
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"ScanRobot" eignet sich auch für historische Werke

Hannover/Wien - Für "ScanRobot" - ein automatisches System zum Einscannen von gebundenen Büchern - wurde die Wiener Firma Treventus am Freitag auf der CeBIT in Hannover (Deutschland) mit dem European ICT Grand Price der Europäischen Union ausgezeichnet. Die Auszeichnung, die an zwei weitere Projekte aus Schweden und Großbritannien verliehen wurde und mit je 200.000 Euro dotiert ist, wird auch als "Nobelpreis für Informationstechnologie und Telekom" bezeichnet.

Vorteil

"ScanRobot" übernimmt das bisher zeitaufwändige und mühsames Kopieren und Digitalisieren von einzelnen Seiten aus einem Buch. Der vollautomatische Scanner, der seit 26. Februar an der Universitätsbibliothek in Innsbruck im Einsatz ist, arbeitet betont Buch schonend, so dass damit auch historische Werke bearbeitet werden können. Zum Scannen müssen die Bücher nur bis auf 60 Grad geöffnet werden, es können bis zu 40 Seiten pro Minute bearbeitet werden.

Anerkennung

"ScanRobot" hat mittlerweile auch international Anerkennung gefunden, so setzt auch die Bayerische Staatsbibliothek ab Juni auf die Wiener Innovation. Hervorgegangen ist die Firma Treventus aus einem Forscherteam der Technischen Universität (TU) Wien.

Weitere Auszeichnungen

Die zweite der "IT-Nobelpreise" gehen an das Projekt "QuickTransit" von Transitive (Großbritannien). Es ermöglicht Software-Übertragung ohne Änderung des Quellcodes oder binären Codes. Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen Transitive hat seinen Geschäftssitz in Los Gatos, Kalifornien, und ein Forschungs- und Entwicklungsteam im britischen Manchester.

Telepo Business Communication (Schweden) wurde für eine Entwicklung ausgezeichnet, welche die Nachrichtendienste für Stimme und Text für die außer Haus tätigen Mitarbeiter durch die Integration von mobilen und Festnetzkommunikationsverbindungen erweitert. Telepo mit Sitz in Stockholm hat auch Büros in Finnland und Australien.

Nominierungen

Zwei weitere österreichische Firmen waren für den Grand Prize nominiert. Brain-Computer Interface von "g.tec systems" ist eine Gehirn-Computer-Schnittstelle, die Gedanken in elektronische Steuerungssignale überträgt. Es können sowohl eingepflanzte Elektroden als auch oberflächliche Ableitungen der Gehirnströme eingesetzt werden. Eine mehrsprachige Multimedia-Überwachung etwa von TV, Radio oder Internet durch automatische Übersetzung ermöglicht das System "R.O.S.I.D.S" von Sail Labs. (APA)

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