Vielfalt als Gewinn im "Jahr der Chancengleichheit für alle"

25. Jänner 2008, 11:17
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EU-Kommission hat Aktionsjahr initiiert, um das Recht auf Gleichbehandlung im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern

Gleiches Recht und gleiche Chancen für alle! Um diese oft leeren Worthülsen mit Inhalten zu füllen, hat die EU-Kommission 2007 zum "Jahr der Chancengleichheit" erklärt. Das Ziel manifestiert sich in der Sensibilisierung der Bevölkerung für das Recht auf Gleichbehandlung. Die Aktionen im Laufe des Jahres werden sich auf Diskriminierungen konzentrieren, denen bestimmte Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Religion, ihrer Weltanschauung, ihres Alters, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Ausrichtung oder einer Behinderung ausgesetzt sind.

Vielfalt statt Einheitsbrei

Die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union sollen über ihr Recht auf eine diskriminierungsfreie Behandlung aufgeklärt werden. Forcierung der Vielfalt statt Einheitsbrei ist das Motto des Aktionsjahres, so die EU-Kommission. Jedes Land erhält für seine Kampagne einen Finanzierungsbeitrag, der bis zu 50 Prozent des gesamten Maßnahmenpakets abdeckt. Als zentrale Themen hat die Kommission Rechte, Vertretung, Anerkennung und Respekt vorgeschlagen. Die Würdigung von Heterogenität und Toleranz sollen im Bewusstsein der Bevölkerung als Grundwerte des vereinten Europas verankert werden. Das betrifft etwa die Einwanderung, die Integrationspolitik sowie den Umgang mit älteren oder behinderten Menschen.

Gesetzlich verankerte Gleichbehandlung

Ein wichtiger Punkt im Rahmen der Maßnahmen ist die Thematisierung der Möglichkeiten zur Durchsetzung des Gleichheitsgebotes innerhalb der EU-Antidiskriminierungsgesetze. "Unser Rechtsgefüge zur Sicherung der Chancengleichheit gehört zu den vollständigsten weltweit, und darauf können wir stolz sein", so Vladimír Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit.

Die EU ortet hier aber noch erheblichen Aufklärungsbedarf und das Aktionsjahr wurde auch deswegen initiiert, um die Bürger über die im Jahr 2000 verabschiedeten Richtlinien (Antirassismus und Gleichbehandlung) in Kenntnis zu setzen. So ist es beispielsweise verboten, jemanden wegen seines Geschlechts, seiner Homosexualität oder seiner ethnischen Herkunft bei einer Bewerbung für einen Job abzulehnen. Benachteiligungen im Bereich der sozialen Sicherheit, der Gesundheitsdienste, beim Zugang zu Wohnraum, Waren oder Dienstleistungen, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, sind ebenfalls gesetzeswidrig.

Werbekampagne in Österreich

Österreich plant in Kooperation mit rund 40 NGOs eine breit angelegte Werbekampagne, die TV- und Radiospots, eine Internetseite, Broschüren und eine Abschlussveranstaltung im Spätherbst umfassen soll. Im Zentrum stehen das Recht auf Gleichbehandlung, die Einbindung von unterrepräsentierten Gruppen und die Betonung der Vorteile einer von Diversität geprägten Gesellschaft. Die Homepage www.chancen-gleichheit.at wurde bereits eingerichtet und soll über das "Jahr der Chancengleichheit" hinaus weitergeführt werden. (om)

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    foto: eu
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